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Grabsteine

BMW und Kasperle — Was auf Gräbern erlaubt ist

14.11.2012 | 07:13 Uhr
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BMW und Kasperle — Was auf Gräbern erlaubt ist
Der zuvor geplante BVB-Grabstein für Jens Pascal.Foto: Heinz Krischer

Dortmund.   Der Streit um den Grabstein für Jens Pascal erregte die Gemüter: Der Zehnjährige war an einem Hirntumor gestorben und wünschte sich einen Grabstein mit BVB-Logo und Fußball. Und welche kuriosen Grabstein-Wünsche gibt's sonst — abgesehen vom Schalke-Friedhof und einem "erfolglosen" HSV-Friedhof in Hamburg?

Ob 3er-BMW, Segelboot, Carrerabahn oder Kasperle und Pinocchio für die Kleinen – er habe schon die kuriosesten Grabsteinwünsche bekommen, sagt ein Dortmunder Grabsteinhändler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Für einen Mann aus dem Iran habe er sogar die Umrisse von dessen Heimatland in Grabsteinform hauen sollen. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagt er. Und: „Es ist alles dabei, woran die Leute mal Spaß hatten.“ Mittlerweile gebe es spezialisierte Bronzefirmen, bei denen praktisch alles bestellbar sei.

Grabsteine mit QR-Code

Steinbildhauer Timothy Vincent aus Wetter fertigt sogar Grabsteine mit QR-Code – jenem Code, den man mit dem Smartphone scannen kann und der einen dann auf eine Webseite über den Verstorbenen führt.

Und wo bleiben Fußballfans? In Gelsenkirchen können sich Fans ab Dezember auf dem (nicht-kirchlichen) Schalke-Friedhof beerdigen lassen – mit Schalke-Wappen und blau-weißen Blümchen. „Alles von Stadt und Verein lizenziert“, sagt Betreiber Ender Ulupinar. Ähnliches war auch mal auf dem Dortmunder Hauptfriedhof geplant, wurde aber nicht realisiert. Vielleicht wollte man die schlechten Erfahrungen aus Hamburg vermeiden. Dort sind neben der Arena des HSV noch fast alle Gräber frei.

Andreas Eichhorn

Kommentare
15.11.2012
18:13
BMW und Kasperle am Grab — Was auf dem Friedhof erlaubt ist
von Guntram | #3

Denken wir mal an den Grabstein 2.0 in 50 Jahren. Dann ist in den Grabstein ein großes Display eingelassen, solarbetrieben, und es werden Bilder vom Verstorbenen gezeigt, oder alles, was ihm mal gefallen hat. Das Display vielleicht noch als Touchpad, dann können bestimmte Funktionen abgerufen werden, z.B. persönliche Daten, oder Themenbereiche. Auch gibt es eine Verlinkung zu Facebook, wo noch Einträge vorgenommen werden können. Vielleicht werden über eingebaute Lautsprecher auch Tonausgaben erfogen. Der Tote beim Singen. Technisch sicher möglich. Und die Generation iPod wird genau sowas haben wollen. Und die technische Umsetzbarkeit ist nur noch eine Frage von Jahren, wenn nicht sogar heute schon möglich. Der Friedhof mit W-LAN-Anschluss. Aber ganz ehrlich, ist das Begriff von "letzter Ruhe"? Würden wir auch in eine Kirche gehen, wenn nicht Jesus aus Holz am Kreuz in der Ecke hängt, sondern hinterm Altar in Dauerschleife "Best of Das Leben des Brian" läuft?

14.11.2012
09:40
BMW und Kasperle am Grab - Was auf dem Friedhof erlaubt ist
von Blackice1 | #2

Bei aller trauer! wenn man einen neuen weg beschreiten will, sollte man sein ende bedenken !
Denn:der nächste will sein Appel logo, den Mercedes Stern, eine Filmfigur oder seine Stammkneipe auf dem Grabstein ! ( gleiches recht für alle )!?
Sollen auf dem Friedhof wirklich unsere angebeteten Götzen stehen! Es ist ein freidhof ! Und kein Ort für Werbung!

14.11.2012
08:42
Jeder Friedhofsbetreiber sollte für sich entscheiden
von meigustu | #1

was er erlaubt oder nicht.

1 Antwort
BMW und Kasperle am Grab - Was auf dem Friedhof erlaubt ist
von snafuprinzip | #1-1

Aber nur solange er keine Gelder aus der öffentlichen Hand bekommt.

Es gibt in Deutschland zum Beispiel Friedhöfe auf denen nur an drei Monaten im Jahr Blumen auf die Gräber gelegt werden dürfen um die Betriebskosten zu senken und da hört für mich spätestens der Spass auf.
Ein Friedhof ist dazu gedacht den Toten die letzte Ruhe zu ermöglichen, ihnen ihren letzten Wunsch, sofern möglich, zu erfüllen und den Angehörigen eine adäquate Trauerarbeit zu ermöglichen. Diese drei Punkte stehen in meinen Augen weit über dem Hausrecht des Betreibers, ausser es handelt sich um einen vollständig privaten Friedhof (gibt es das in D überhaupt), der keinerlei öffentliche Gelder empfängt.

Schönen Gruß,
snafu.

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