Auch nach 30 Jahren ist alles Bochum

Bochum..  Diese Nacht hat einen Namen: Bochum. Herbert Grönemeyer aus Bochum singt „Bochum“ in Bochum für Bochum, und 30 000 , und kommen sie auch anderswo her, sind an diesem Abend - Bochum.

Natürlich ist das Herbert Gröneyers Text, aber es ist längst Bochums Lied geworden, Deutschlands angeblich beliebteste Stadthymne. Sie singen das hier auch ohne ihn, bei jedem Heimspiel des VfL, mindestens. Dieses Heimspiel ist seins. „Etwas emotional, auch für mich, aber ich tue so, als merk ich nichts.“

Er tut es vor besonderem Publikum: „Dreißig - Jahre - Bochum“ - Shirt an, VfL-Schal um und 3500 Opelaner da, all jenen also, die von der Werksschließung betroffen sind. Sie lud der Sänger ein, für sie gibt er dieses Konzert und ein zweites am Samstagabend obendrein. Eine „Geste der Solidarität“ nennt der Sänger das, die Opelaner freuten sich riesig, wie Betriebsratschef Rainer Einenkel sagt: Die Kollegen spürten, „da steht einer zu uns“.

Das Album ist inzwischen schon bald 31, aber nachträgliche Feiern sind oft die besten. Am 14. August 1984 ist es erschienen, zu einer Zeit, als die Stadt noch mit vier Postleitzahlen auskam. „4630 Bochum“.

Die Lieder, damals noch auf Vinyl gepresst, sind Kult: „Männer“, mit dem Grönemeyer, in ein Medley verpackt, an diesem Abend auch den letzten aus den Schalensitzen holt. „Alkohol“, „Flugzeuge im Bauch“ – all diese Stücke, auf die das Publikum bei jedem Konzert sehnlichst wartet und seien die neueren Werke Grönemeyers auch noch so poetisch und künstlerisch gar wertvoller. Das Musikmagazin „Rolling Stone“ zählte die Platte zu den „50 Ereignissen, die den Rock ’n’ Roll veränderten“, und sicher hat es Bochum verändert.

Es gießt, dass das Wasser aus den Schuhen wieder rauskommt. Na und? Wahren Fans macht das nichts, Grönemeyer auch nicht. Wetter ist egal, sie sind wieder zusammen, sie singen „Bochum“.

Und er wird wiederkommen, 2044, 60 Jahre „Bochum“, „nächste Woche beginnt der Vorverkauf“.