Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Spinnenphobie

Wenn Spinnen Panik, Ekel, irrationale Angst auslösen

14.09.2012 | 15:24 Uhr
Wenn Spinnen Panik, Ekel, irrationale Angst auslösen
Eine Spinne auf der Hand - undenkbar für jemanden, der eine Phobie gegenüber diesen Achtbeinern hat.Foto: NABU

Iserlohn.   Es muss keine dicke Vogelspinne sein - es reicht auch schon eine ganz gemeine Kreuzspinne, um Menschen mit einer Spinnephobie in Panik zu versetzen. Eine Betroffene berichtet von ihrer Angst - und dem Versuch, diese wenigstens nicht an ihre Nichten und Neffen weiterzugeben.

Hanna Schulz (Name geändert) aus Iserlohn weiß es ganz genau: Eine Spinne kann ihr nicht gefährlich werden. Aber schon bei dem Gedanken, einer Spinne zu begegnen, empfindet sie nur eins: „Panik. Ekel. Irrationale Angst.“ Die 39-Jährige sagt von sich selbst, dass sie unter einer Spinnenphobie leidet. „Ab einer gewissen Größe, etwa ab einem Euro-Stück, mag ich mich mit dem Tier nicht mehr in einem Raum aufhalten“, sagt sie. „Und wenn ich zum Beispiel eine Jagdspinne sehe, diese dicken, fange ich an zu schreien. Und ich erstarre kurzfristig und rufe dann - kein Witz - um Hilfe. Auch nachts um 4 Uhr.“

Ihre Freunde kennen diese Notrufe schon, und sie wissen auch, dass es dann nichts bringt, beruhigend auf Hanna einzureden. „Ich weiß ja, dass sie mir nichts tut“, sagt die Iserlohnerin. „Aber ich finde sie so ekelhaft - obwohl ich eigentlich Tierfreund bin.“

"Bei Spinnen werde ich hysterisch"

Schon oft habe sie sich gefragt, woher diese Angst komme. Eine Antwort darauf hat sie nicht gefunden. Sie weiß nur, dass ihr die böse Spinne Thekla bei der „Biene Maja“ unheimlich war, dass schon ihre Oma unter dieser Phobie gelitten habe, und dass sie selbst etwa acht Jahre alt war, als ihr „eine ganz dicke schwarze Spinne“ über den nackten Fuß lief. „Das war das erste Mal, dass ich gekreischt habe“, blickt sie zurück.

Ob diese Angst schlimmer geworden ist, ob sie bei dem Anblick eines solchen Krabbeltieres Gänsehaut bekommt? „Was heißt Gänsehaut“, sagt Hanna, „ich werde hysterisch!“

Sie selbst empfindet diese Panikanfälle als so unangenehm, dass es für sie „eine Beeinträchtigung meiner Lebensqualität“ bedeutet. Doch professionelle, psychologische Hilfe will sie dennoch nicht in Anspruch nehmen. „Eine Therapie endet damit, dass man mir eine Spinne auf den Arm setzt“, schildert sie. „Das kommt für mich nicht in Frage. Vorher hätte ich Herzattacke erlitten.“

"Friedliche Koexistenz" mit Weberknechten

Besonderen Wert legt sie jedoch darauf, dass ihre Nichten und Neffen nichts von ihrer Phobie erfahren: „Ich achte peinlich darauf, dass die Kinder in meiner Umgebung nichts davon mitkriegen, damit ich diese Angst nicht auf sie übertragen kann“, sagt sie.

Gerade jetzt, wenn es Herbst wird, graut ihr schon davor, dass es viele Spinnen wieder in die Häuser zieht. „Wobei ich sagen möchte, dass ich mit Weberknechten in friedlicher Koexistenz lebe, auch über Wochen – aber ab einer gewissen Größe und Dicke wird es kriminell.“

Übrigens: Freunde und Familienangehörige, die sie beim Anblick einer Spinne um Hilfe ruft, werden angehalten, das Tier nicht zu töten, sondern in einem Glas zu fangen und wieder nach draußen zu setzen. „Schließlich kann doch das arme Tier nichts dazu, dass ich solche Angst vor ihr habe...“

Katja Sponholz



Kommentare
Aus dem Ressort
Hohe Staugefahr durch Herbstferien und Feiertags-Wochenende
Staugefahr
Feiertag, Ferienstart, gute Wetteraussichten - das sorgt für Aufbruchstimmung auf den Straßen in NRW. Verkehrsexperten warnen vor einer hohen Staugefahr ab Donnerstagnachmittag. Hinzu kommen 33 Baustellen auf den Autobahnen im Land. Wer den Stau umgehen will, sollte erst abends starten.
Unbekannter schlägt im Bus die Frau eines Rollstuhlfahrers
Fahndung
Mit einem Foto fahndet die Essener Polizei nach einem bislang unbekannten Mann, der eine Frau (48) in einem Linienbus der Evag ins Gesicht geschlagen haben soll. Die Frau wollte gerade ihrem Mann, der im Rollstuhl saß, beim Aussteigen helfen. Dies ging dem Unbekannten offenbar nicht schnell genug.
Bombe in Oberhausen-Holten ist entschärft
Evakuierung
Die Fünf-Zentner-Bombe in Holten an der Bahnstraße ist entschärft. Zuvor hatte sich der Beginn der Entschärfung verzögert: Einige Bewohner der Häuser in einem 250-Meter-Radius hatten sich geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen. Zudem fuhren immer wieder ahnungslose Radfahrer ins Gefahrengebiet.
Folgen des Pfingststurms gefährden Martinszüge in Essen
Sturmfolgen
Die Folgen des Pfingststurms bekommen auch die Kinder zu spüren, die mit ihren Laternen bei den Martinszügen in Essen mitlaufen werden. Denn in diesem Jahr gelten strengere Auflagen: Ist der Wind zu heftig, ist laut Stadt die Gefahr zu groß, dass Äste auf die Zug-Teilnehmer fallen.
Polizei fasst Duisburger Serienbankräuber nach vier Jahren
Banküberfall
Nach vier Jahren und fünf Banküberfällen hat die Duisburger Polizei nun einen Serienbankräuber im Dellviertel festgenommen. Seit 2010 war der 59-jährige Duisburger unter anderem in Rheinhausen und Ratingen unterwegs. Ein roter Skoda brachte die Ermittler schließlich auf die richtige Spur.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

 
Fotos und Videos
Hemer von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Gewalt in Flüchtlings-Unterkünften
Bildgalerie
Misshandlung
Hemer Stadtfest aus der Luft
Bildgalerie
Von oben