Wenn droben uns der Öhi ruft...

Auf, ihr Zivilisationsmüden, auf in Berge, rauf auf die Alm!

In der Schweiz und in Südtirol freuen sich In 2000 Meter Höhe mittlerweile Dutzende von Öhis über Sommergäste aus dem Flachland, die ein bisschen mit anpacken, wenn es ums Melken und Mähen, Ernten und Jodeln geht. Oder zwischendurch auf die Kühe oder die rotwangigen,kerngesunden, drogen- und allergiefreien Bergbauernkinder aufpassen, die nicht den ganzen Tag lang daddeln oder sich scheußliche Bergziegentattoos unter die Krachlederhosen stechen lassen.

Geboten wird hochdroben viel frische Luft, der würzige Duft von blühenden Bergwiesen, dazu eine gute Aussicht und die vollständige Freiheit von Autolärm und -gestank sowie Bürostress. Im vergangenen Jahr haben bereits 688 Freiwillige in 94 Bauernfamilien in den Schweizer Bergen mitgeholfen, in Südtirol nahmen im Jahre 2014 gar mehr als 2400 Helfer am lustigen Bergbauernleben teil. Dieses Jahr werden mindestens 800 Hobby-Senner und -Sennerinnen noch gesucht, die auf Lohn verzichten, mindestens 18 Jahre alt und geistig wie körperlich fit sein müssen.

Warum, das ist allerdings nicht ganz klar. Immerhin wissen wir doch, wie romantisch das Leben auf der Alm so ist:

Die fesche Bäuerin singt den ganzen tag lang „Heidi, Heidi!“, und morgens bringen einem die Kühe den Milchkaffee ans Bett. Nur eines gibt es auf den Almen leider nicht: a Sünd’.