Weniger Feinstaub in der Luft

An Rhein und Ruhr..  Sie reicht von Dortmund bis Duisburg, umfasst 850 Quadratkilometer und gilt als umstrittenste ihrer Art: Die „Umweltzone Ruhrgebiet“ ist NRW-weit die mit Abstand größte Tabuzone für Autofahrer ohne grüne Plakette. Jetzt sieht Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) den jahrelangen Kampf gegen alte Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter nachträglich gerechtfertigt: Die markanten Messstellen an den großen Straßen im Rhein-Ruhr-Raum zeigen in den letzten zehn Jahren einen spürbaren Rückgang der Feinstaub-Belastung. Die winzigen Staubpartikel gelten als Auslöser für Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Die Schadstoff-Belastung unserer Luft nimmt ab. Das zeigt, dass wir mit unseren Luftreinhaltemaßnahmen auf dem richtigen Weg sind“, sagte Remmel. Tatsächlich ist die Anzahl der Tage, an denen der Höchstwert von durchschnittlich 50 Mikrogramm Feinstaub/Kubikmeter Luft überschritten wurde, deutlich gesunken. An stark befahrenen Straßen kam es 2014 landesweit durchschnittlich zu 15 Überschreitungstagen. Erlaubt sind je Messstelle maximal 35 Überschreitungen. Zufrieden verweisen die Behörden vor allem auf bisherige Problempunkte an der Gladbecker Straße in Essen, der Brackeler Straße in Dortmund, der Kurt-Schumacher-Straße in Gelsenkirchen oder der Corneliusstraße in Düsseldorf: Hier ging die Zahl der Überschreitungstage von bis zu 97 auf zuletzt 21 bis 35 zurück.

Hohe Stickstoffdioxid-Werte

„Der Einfluss der Umweltzone im Ruhrgebiet hat sich trotz aller Kritik deutlich gezeigt“, erklärt eine Sprecherin des Landesumweltamtes. Nach Einführung der Plakettenpflicht 2010 hatten die Städte die Anforderungen an die „Sauberkeit“ der Autos immer weiter verschärft. Seit 1. Juli 2014 sind die Innenstädte der Rhein-Ruhr-Region für Fahrzeuge ohne grünen Aufkleber an der Windschutzscheibe tabu.

Von einer grundsätzlichen Entwarnung in Sachen Luftqualität mag Remmel aber nicht sprechen. Denn die Belastung mit Stickstoffdioxid sei weiter zu hoch. An 58 von 127 Messpunkten in NRW lagen die Werte 2014 zum Teil deutlich über der europäischen Grenze.