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Warnstreik

Wegen Verdi-Warnstreiks bleiben Lufthansa-Jets am Boden

21.03.2013 | 06:47 Uhr
Der Verdi-Warnstreik bei der Lufthansa schlägt sich auch am Flughafen Düsseldorf durch.Foto: dapd

Düsseldorf.  Wegen der Warnstreiks von Beschäftigten der Lufthansa sind am Donnerstagmorgen an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln knapp 60 Flüge ausgefallen. Die Fluggesellschaft hatte bereits vorsorglich für den Streiktag deutschlandweit insgesamt knapp 700 Verbindungen gestrichen. Das große Chaos blieb aus.

Am Düsseldorfer Flughafen haben die angekündigten Warnstreiks bei der Lufthansa begonnen. Beschäftigte der Airline legten am frühen Donnerstagmorgen im Terminal die Arbeit nieder, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher. An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln sind am Donnerstagmorgen insgesamt knapp 60 Flüge ausgefallen.

An den Airports sei es aber ruhig geblieben, zahlreiche Reisende hätten bereits einen Tag vorher ihre Tickets storniert oder umgetauscht, teilte ein Sprecher der Lufthansa mit. In Düsseldorf fielen den Angaben zufolge bis zum späten Vormittag 49 von 57 geplanten Abflügen aus, in Köln alle acht. Die Tochtergesellschaft Germanwings war von dem Ausstand nicht betroffen.

Bundesweit hatte die Lufthansa für den Vormittag nahezu das komplette Deutschland- und Europaprogramm gestrichen. Betroffen waren nach Angaben der Frankfurter Lufthansa-Zentrale mehr als 670 von rund 1800 für diesen Tag geplanten Flügen. Die Flüge nach Übersee hätten aber wie geplant stattfinden können, sagte eine Sprecherin.

Druck für Tarifverhandlungen am Freitag soll erhöht werden

Der bis zum Mittag geplante Warnstreik soll den Druck für die am Freitag anstehende Verhandlungsrunde um die Tariflöhne für rund 33.000 Lufthanseaten erhöhen. Die Flugabsagen reichten bis weit in den Nachmittag, weil einzelne Umläufe der Jets gestört sind.

Am wichtigsten Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt versammelten sich am Morgen rund 2000 Verdi-Mitglieder, um für ihre Forderungen nach Kündigungsschutz im Zuge des umstrittenen Sparprogramms "Score" und 5,2 Prozent mehr Geld zu demonstrieren. Auch in Berlin, München, Düsseldorf, Köln und Hamburg kam es zu Streikversammlungen, wie Sprecher von Lufthansa und Verdi bestätigten.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle verlangte von der Lufthansa die Rücknahme von Gegenforderungen etwa zu Nullrunden und Verlängerung der Arbeitszeiten. Sie erwarte keinen schnellen Abschluss. Am Freitag werde man zunächst über Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung sprechen und nicht über Entgelte.

Deutsche Nationalmannschaft konnte planmäßig fliegen

Mit ihrem harten Kurs gegen die Beschäftigten stelle die Lufthansa den Erfolg ihres Sparprogramms "Score" in Frage. "Für solche Programme braucht man Leute, die das mitmachen. Das ist jetzt gekippt." Lufthansa hatte den Warnstreik noch vor der zweiten Verhandlungsrunde als "völlig überflüssig und unverhältnismäßig" bezeichnet.

"Wir empfinden die Forderung vom Arbeitgeber auch als Provokation gegenüber der Gewerkschaft. Wenn wir jetzt nicht Stärke zeigen, dann wird das ganz, ganz schwierig, sich überhaupt zu einigen", sagte Janine Peltier von Verdi Hamburg.

Einige Reisende hatten trotz aller Hinweise nichts von den Flugausfällen mitbekommen und mussten sich in die langen Schlangen an den wenigen geöffneten Schaltern in Hamburg und Frankfurt anstellen. Sie wurden von Service-Kräften unter anderem mit Getränken und Liegestühlen versorgt.

Streik am Flughafen Düsseldorf

Für die abgesagten Inlandsflüge konnten die Passagiere auf die Bahn ausweichen. Besser erging es der deutschen Fußball-Nationalmannschaft: Ihre Lufthansa-Sondermaschine hob am Vormittag planmäßig von Frankfurt zum WM-Qualifikationsspiel nach Kasachstan ab. (dpa)


Kommentare
21.03.2013
09:29
Wegen Verdi-Warnstreiks bleiben Lufthansa-Jets am Boden
von DaDU | #1

Mein Gott, warum streiken die denn überhaupt?
Der Bsirske wird es wie im öffentlichen Dienst der Länder machen. Dort hat er 6,5% gefordert und es wurden 2,6 ausgehandelt. Den Abschluss hätte er auch Zuruf bekommen.
Verdi kann die Mitglieder gar nicht mehr richtig vertreten, da pro Branche maximal 2 Wochen für Tarifverhanlungen inclusive Abschluss an Zeit zur Verfügung stehen.

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