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Wasser als Zeichen des Heiligen Geistes

17.06.2012 | 19:15 Uhr
Wasser als Zeichen des Heiligen Geistes
Wer konnte, der schützte sich beim Abschlussgottesdienst mit Regenschirmen gegen Sturzbäche vom Himmel. Bilder : Jakob Studnar

Kevelaer.   Aus dem gesamten Nordwesten der Republik pilgerten junge katholische Ministranten ins niederrheinische Kevelaer. Zum Schluss wurden sie pudelnass. Der gemeinschaftlichen Freude tat dies keinen Abbruch.

Von dieser Pilgerschaft werden die rund 10 000 Messdiener später sicher noch ihren Kindern erzählen. Am Samstag bei der zweiten nordwestdeutschen Ministrantenwallfahrt nach Kevelaer goss es zwischenzeitlich regelrecht in Strömen. So hatten die rund 70 Kommunionhelfer beim großen Abschlussgottesdienst am späten Nachmittag alle Mühe, im Starkregen ihrem Dienst nachzukommen, und auch der Tontechniker auf der großen (überdachten) Altarbühne musste sich wohl ernsthaft um seine technische Anlage sorgen. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat es denn auch auf den Punkt gebracht: „Wenn das Wasser ein Zeichen des Heiligen Geistes ist, dann haben wir heute genug davon.“

Wie Popstars gefeiert

Dabei hatten die jungen Messdiener noch Glück. Sie waren am Morgen bistumsweise trockenen Fußes nach einem kurzen Auftaktprogramm aus den umliegenden Ortschaften zum Kapellenplatz im Herzen der Stadt gepilgert, wo sie der Kevelaerer Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann herzlich begrüßte.

Dabei wurden die Bischöfe teilweise gefeiert wie Popstars. Doch, er kenne das schon mit den Autogrammen, sagte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck der NRZ am Rande des Kapellenplatzes, auf dem es um die Mittagszeit kaum mehr ein Durchkommen gab.

Beim kurzen Mittagsgebet ging Overbeck auf ein Graffiti ein, das er kürzlich an einer Häuserwand gesehen hatte. „Heute schon gelebt?“, stand darauf. „Schaut auf das kleine Pilgerkreuz, das Ihr heute bekommen habt“, rief der Ruhrbischof den jungen Leuten zu. So wie Maria und Jesus darauf abgebildet seien, könne man sagen, dass da, wo Begegnung ist, wo man sich anschaut, wo man leidet, das Leben ist. All das gehöre zum Leben dazu. Nach dem Gebet mit dem Münsteraner Bischof Felix Genn strömten die Kinder und Jugendlichen zu den zahlreichen spirituellen und weltlichen Angeboten.

„Die Leute haben Spaß hier“

Besonders gut kam das Messdiener-Casting an. Aber spezielle spirituelle Gespräche mit Priestern über deren Leben fanden ebenso ihre Anhänger wie die musikalischen Treffen und die vielen Gebetsmöglichkeiten. Überall in der Stadt wimmelte es von jungen Leuten mit Rucksäcken und grünen Liederheften.

Die Ministranten aus dem Bistum Hamburg versammelten sich wie bei der Wallfahrtspremiere vor drei Jahren wieder am Ministrand, der allerdings zunehmend zur Matschburg wurde. Aber die Hanseaten sind ja Kummer mit dem Wetter gewohnt. „Die Leute haben Spaß hier“, unterstrich Stefan Valks, der als Betreuer aus Husum mit dabei war. Bereits am frühen Freitagmorgen war er mit seiner Gruppe an den Niederrhein aufgebrochen.

Die Messdiener aus Hattingen verzichten für die Teilnahme an der Jugend-Wallfahrt sogar auf ihre jährliche Fahrt in einen Freizeitpark. Das wusste Benedikt Ogrodowczyk zu berichten, der bis vor kurzem dort Kaplan war. Jetzt ist er zur Hälfte als Kaplan in Schwelm beschäftigt und zur anderen Hälfte in der Nachfolge für Schwester Birgit als Referent für das Ministrantenpastoral im Bistum Essen. Sie war voll des Lobes für die gute Organisation und unterstrich: „Das war in jeder Hinsicht gut vorbereitet.“

Leckeres von den Pastafrauen

Und das Schöne daran ist, dass die ehrenamtlichen Helfer mindestens genauso viel Vergnügen an dem Treffen hatten wie die Teilnehmer selbst. Allein 300 Freiwillige aus Kevelaer waren am Samstag von morgens bis abends auf den Beinen. Die Frauengemeinschaften aus der City und den Ortschaften engagierten sich wieder als Pastafrauen bei der zentralen Nudelausgabe. Die Feuerwehr hatte den reibungslosen Ablauf im Blick. Und die Brudermeister der Consolatrix Afflictorum hatten die jungen Pilger auf ihrem Weg in die Stadtmitte begleitet und sorgten beim Abschlussgottesdienst für den Ordnerdienst.

Ein besonderes Wiedersehen gab es mit dem Weihbischof für die Region Münster-Warendorf, Dr. Stefan Zekorn. Der war bekanntlich bis Anfang des vergangenen Jahres als Wallfahrtsrektor in Kevelaer tätig und kam jetzt als Pilger für einen Tag zurück.

Sonja Volkmann



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