Was ist mit dem Kölner Dom?

Dass die Landesregierung Nordrhein-Westfalens die Kunst zu schätzen weiß, wissen wir spätestens, seitdem sie in New York die Warhol-Bilder aus dem Aachener Spielkasino für 151 Millionen Dollar hat verhökern lassen. Weil damit aber die Nettokreditaufnahme von 3,2 Milliarden Euro noch nicht restlos kompensiert werden konnte, sollen nun die Bilder aus der landeseigenen Portigon-Kunstsammlung unter den Hammer kommen, von denen wir sicher irgendwann erfahren werden, um welche genau es sich da handelt. Angesichts der reichen Museumslandschaft an Rhein und Ruhr dürfen wir hoffen, dass NRW wenigstens etwas früher schulden-, bevor es völlig kunstfrei wird.

Wobei es nicht einzusehen ist, dass sich der Ausverkauf allein auf Gemälde und Grafiken beschränken soll. Hat schon jemand nachgerechnet, wie teuer der Kölner Dom bei Christie’s verkloppt werden könnte?

Und was ist eigentlich mit der Rheinbrücke bei Leverkusen? Allein für deren Schrottwert könnten angesichts der aktuell hohen Preise für Altmetall viele, viele Kinder nicht zurückgelassen werden.

Brauchen wir wirklich die Innenstadt von Gelsenkirchen und den Gladbecker Hauptbahnhof?

Und sollte das alles nicht reichen, könnte die Landesregierung immer noch eine Preziose von schier unschätzbarem Wert auf den Markt werfen: das NRW-Kulturministerium.