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VRR in der Kostenfalle – Nahverkehr wird ab Januar teurer

29.12.2015 | 21:42 Uhr
VRR in der Kostenfalle – Nahverkehr wird ab Januar teurer
VRR-Kunden müssen ab 2016 kräftig draufzahlen.Foto: Archiv/FUNKE Foto Services/Ulrich von Born

Ruhrgebiet.  Die Preiserhöhung 2016 trifft VRR-Kunden in einer Zeit, in der Autofahren so günstig ist wie lange nicht. Vor allem Abo-Tickets werden teurer.

Die bereits im Sommer beschlossene Preiserhöhung für Busse und Bahnen zum 1. Januar 2016 kommt – na, sagen wir mal – gerade denkbar ungelegen. Seit Langem kann man nicht mehr so günstig mit dem eigenen Auto fahren wie zurzeit. Wegen der niedrigen Spritpreise ist der Pkw als Beförderungsmittel für viele wieder zur Alternative geworden.

VRR-Kunden müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen

Kunden des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) müssen dagegen ab 2016 deutlich tiefer in die Tasche greifen, wenn sie von A nach B kommen wollen . Um 2,9 Prozent steigen die Ticketpreise im Durchschnitt an. Betroffen sind vor allem längere Strecken und die Zeitkarten. Zur Kasse gebeten werden also besonders Inhaber von Abo-Tickets, die Stammkundschaft des VRR. Auch die Abos für junge Leute, Schüler und Senioren werden teurer.

Kleiner Trost: Alle 2015 gekauften Einzel-, Vierer-, Tages- und Zusatztickets sind noch bis Ende März gültig.

Der Anstieg fällt moderater aus als in den letzten beiden Preisrunden 2014 und 2015. Damals hob der VRR die Tarife im Schnitt um 3,3 beziehungsweise 3,8 Prozent an. Doch auch der aktuelle 2,9-Prozent-Aufschlag liegt deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate, die in diesem Jahr bis einschließlich November bei 0,24 Prozent liegt.

Nahverkehr bekommt gegenüber dem Auto ein Kostenproblem

Auch der langfristige Vergleich zeigt, dass der Nahverkehr gegenüber dem Auto zunehmend ein Kostenproblem bekommt. Denn während ÖPNV-Tickets seit 2005 um knapp 50 Prozent teurer wurden, stieg der sogenannte Kraftfahrerpreisindex, der Kostenmix aus Fahrzeuganschaffung und -betrieb, um lediglich 17 Prozent.

 

Bahn
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Seit diesem Sonntag, 13. Dezember, gilt im Bahn-Verkehr ein neuer Fahrplan. Manches ändert sich für Pendler und Bahnreisende an Rhein und Ruhr.

2015 ging der Preisindex für Autofahrer bereits im dritten Jahr in Folge zurück. Bus- und Bahnfahrkarten wurden dagegen um 5,8 Prozent teurer. Das stellte das Landesamt für Statistik bereits im Mai bei seiner jährlichen Erhebung der Mobilitätskosten fest.Angesichts eines weiteren Preisverfalls an den Tankstellen dürfte die Schere aktuell noch stärker auseinanderklaffen.

Der VRR hatte die im Juni abgesegnete Preiserhöhung mit den steigenden Kosten für die Infrastruktur und geringeren Zuschüssen von Bund und Land begründet. In der Tat stecken die Verkehrsbetriebe in einem gigantischen Sanierungsstau. Allein die Essener Evag muss nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren über 400 Millionen Euro in ihr Straßenbahnnetz stecken. Investitionen und Personalkosten fressen denn auch den Löwenanteil vom ohnehin zuschussbedürftigen Budget der Nahverkehrsbetriebe auf.

Sinkende Energiekosten sind schon eingerechnet

Dass auch Bogestra, Dortmunder Stadtwerke und Co. von den gesunkenen Energiekosten profitieren, weil sie ja ebenfalls die eigene Busflotte billiger betanken können, ist offenbar eingepreist. „Die Energiekosten fließen in die Kalkulation mit ein“, so eine Sprecherin der Dortmunder Stadtwerke.

Michael Kohlstadt

Kommentare
01.01.2016
21:05
VRR in der Kostenfalle – Nahverkehr wird ab Januar teurer
von SeverusSnape | #39

Irgendwer muss den schlecht geführten Laden mit Verwaltungswasserköpfen und satten Gehältern bezahlen.

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2015-12-29 21:42
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