VRR hatte 2014 weniger Fahrgäste, aber höhere Einnahmen

Beim VRR hat die Kasse geklingelt: Ein Fahrkartenautomat in einem Bus in Duisburg.
Beim VRR hat die Kasse geklingelt: Ein Fahrkartenautomat in einem Bus in Duisburg.
Foto: Jakob Studnar
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat im vergangenen Jahr seine Einnahmen um 27,5 Millionen Euro gesteigert - und das bei weniger Fahrten.

Gelsenkirchen.. Trotz leicht gesunkener Fahrgastzahlen hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im vergangenen Jahr mehr Geld durch den Ticketverkauf eingenommen. Insgesamt zählten die im Verband zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen 2014 rund 1,142 Milliarden Fahrten in Bus und Bahn. Das sind etwa drei Millionen weniger als im Jahr zuvor. Grund ist vor allem die geringere Zahl von abonnierten Schüler-Tickets, wie der VRR am Donnerstag in Gelsenkirchen mitteilte. Die 1,142 Milliarden Fahrten seiner Kunden rechnet der Verband anhand von eigenen Schätzungen hoch.

Die Einnahmen seien dagegen um rund 27,5 Millionen Euro auf 1,148 Milliarden Euro gestiegen. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem die Tariferhöhung zu Beginn des Jahres und die Einführung der neuen Preisstufe A3.

Dennoch wies VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann darauf hin, dass auch die finanzielle Unterstützung des Bundes wichtig sei, um zu investieren und steigende Wartungskosten zu decken. Die Aufwände für den Betrieb - dazu zählen Trassenentgelte und Energiekosten - stiegen weiter und könnten ohne Anpassungen nicht aufgefangen werden. Die Konsequenz: Bei weniger Investitionen müssten Zugleistungen abbestellt werden, mahnte Husmann. Sollten Einschnitte kommen, dann dürften diese nicht auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden.

VRR-App wurde 1,7 Millionen mal heruntergeladen

Der Verbund kündigte an, stärker auf digitale Technologien zu setzen, um den Menschen das Bus- und Bahnfahren zu erleichtern. Die VRR-App wurde inzwischen 1,7 Millionen mal herunter geladen, 20 Millionen Mal haben Pendler auf ihren Mobiltelefonen eine Fahrplanauskunft abgerufen.

Der Verbund setzt nach eigenen Angaben künftig stärker auf das Online-Kartenprojekt "OpenStreetMap". Damit werden auch Rad- und Wanderwege berücksichtigt, zu sehen sind nicht nur Straßenzüge, sondern zum Teil auch einzelne Häuser. "So können VRR und Verkehrsunternehmen Haltestellen, Linienverläufe und Bus- oder Bahnsteige sehr viel präziser geofizieren", erklärte VRR-Vorstand José Luis Castrillo. (dpa)