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VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein

09.09.2013 | 06:55 Uhr
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
S-Bahn- und Regionalzüge an Rhein und Ruhr sollen bis 2019 vollständig und auf allen Linien mit Videokameras ausgestattet werden.Foto: Joseph-W. Reutter/WAZ FotoPool

Essen.   S-Bahn- und Regionalzüge an Rhein und Ruhr sollen bis 2019 vollständig und auf allen Linien mit Videokameras ausgestattet werden. Die aufgenommenen Filme dürfen 72 Stunden gespeichert werden. Zugang zu den Aufnahmen hat mit der Speicherung nur die Bundespolizei.

„Die Angriffe auf Bahngäste werden immer brutaler“, hat DB-Chef Rüdiger Grube beklagt. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der täglich drei Millionen Menschen befördert, zieht die Konsequenzen. S-Bahn- und Regionalzüge an Rhein und Ruhr sollen bis 2019 vollständig und auf allen Linien mit Videokameras ausgestattet werden.

„Das wird Standard“, bestätigte Sabine Tkatzik vom VRR dieser Redaktion die Pläne. Werden Strecken neu ausgeschrieben, müssen sich die dann beauftragten Unternehmen zum Einbau der Kameras verpflichten. Heute ist das gerade bei der Hälfte der Linien der Fall, darunter mit Ausnahme der S6 Essen-Köln auf allen S-Bahn-Strecken.

"Erheblicher Sicherheitsgewinn"

Vor allem für das Ruhrgebiet, wo die Kernverbindungen, also die stark frequentierten Regionalexpresse der Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11, derzeit noch ohne Überwachungskameras fahren, dürfte innerhalb der nächsten sechs Jahre ein erheblicher Sicherheitsgewinn eintreten.

Kommentar
Kameras sollen vor allem abschrecken - von Dietmar Seher

Bis 2019 will der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr nun alle S- und Regionalbahnen mit Überwachungskameras sichern. Der Einbau rechnet sich vor allem, wenn potenzielle Täter abgeschreckt werden und diese die Gewalt unterlassen.

Erfahrungen in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, in Bussen und Straßenbahnen, haben gezeigt, dass die Zahl der Delikte deutlich zurückgeht. Die Regionalexpress-Linie RE 2 Düsseldorf - Münster soll ab Dezember 2014 videoüberwacht rollen, die RE 7 Krefeld-Hagen-Minden ab Dezember 2015.

Tkatzik: „In den neuen S-Bahn-Zügen ist ein durchgehender Blickkontakt möglich, der nicht durch Waggonstirnseiten behindert wird. Das gibt den Menschen ein Gefühl von mehr Sicherheit. Videokameras verstärken das noch einmal deutlich.“ Je nach Typ bauen die Waggonhersteller bis zu 16 Kameras in einen Zug ein.

Auch U-Bahnhöfe werden weiter ausgestattet

Die aufgenommenen Filme dürfen nach den Regeln des Datenschutzgesetzes 72 Stunden gespeichert werden und auf Knopfdruck auch länger, wenn ein Verdachtsfall eingetreten ist. Zugang zu den Aufnahmen hat mit der Speicherung nur die Bundespolizei.

Nach Bussen und Straßenbahnen werden auch Zug um Zug die U-Bahn-Haltestellen der kommunalen Verkehrsbetriebe in NRW mit Überwachungsanlagen ergänzt. So werden in den kommenden Monaten 350 Kameras auf Essener Haltestellen eingebaut. Bei der Bahn AG sind bis jetzt 640 Bahnhöfe videoüberwacht. In den nächsten fünf Jahren will sie dies mit einem Aufwand von 60 Millionen Euro stark ausbauen.

Dietmar Seher



Kommentare
11.09.2013
10:29
Recherche
von Sack_Reis | #26

„Die Angriffe auf Bahngäste werden immer brutaler“, hat DB-Chef Rüdiger Grube beklagt." Mit Verlaub, wenn Sie aus einem Bild-Artikel abkupfern, sollten Sie vorsichtshalber mehr lesen als die Überschrift. Im Bild-Interview stand (Ihre Bild-Kollegen haben ihre fehlerhafte Überschrift übrigens mittlerweile korrigiert):

Friedrich: „Die Angriffe werden nicht mehr, aber sie werden immer brutaler.

Es war demnach der Innenminister, nicht der Bahnchef, und dessen Aussage geben Sie auch noch verkürzt wieder. Worauf der Inneminister seine Behauptung stützt, wäre übrigens mal ein Recherchethema gewesen, statt nur aus der Bild zu zitieren.

09.09.2013
22:27
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von Frimue | #25

Bei so vielen Kameras kommt es doch pro Zug auf eine mehr auch nicht mehr an.
Also kloppt doch bitte eine Kamera vorne beim Lokführer/Triebfahrzeugführer rein, damit man den Fahrer beobachten kann, ob er gerade mit seinem Handy spielt oder auf die Signale achtet. Dies bietet auch Sicherheit.

09.09.2013
19:20
Lieber Bürger lasst euch das nicht gefallen und macht eine Unterschriften sammeln gegen den Vorstand des VRR
von Din-Boy | #24

Ich finde es ne Frechheit, Kameras aufzustellen dabei wäre es ganz einfach mehr sicherheits- Personal einzustellen.
Lieber Bürger lasst euch das nicht gefallen und macht eine Unterschriften sammeln gegen den Vorstand des VRR. Dieser besteht nur aus Lobbyisten, sie heben Fahrpreise viel zu hoch an.
Wir sind das Volk! Warum gibt es keine Demos wie in der DDR ist das Deutsche Volk zu träge geworden

1 Antwort
Wie einfach?
von Stefan2 | #24-1

Für wie einfach halten Sie es denn, mehr Sicherheitspersonal einzustellen? Wissen Sie nicht, dass Personalkosten in den allermeisten Fällen der größte Kostenfaktor sind? Das ist nun mal leider so. Kameras sind viel, viel billiger.

09.09.2013
14:32
Unsinnige Überschrift!
von forum-leser | #23

Nicht der VRR baut die Kameras ein, sondern die Verkehrsunternehmen. Also u.a. die DB Regio NRW. Und auch nur bei Neuauschreibungen wo auch neue Fahrzeuge erforderlich sind. Also bleiben z.B. Strecken wie die S6 mit den alten Fahrzeugen weiterhin "schwierig".
Dafür gibt es dort immerhin anwesende Sicherheitspersonal (über deren Qualität wir besser nichts sagen) im Zug in den Randlagen abends/nachts.
Schade, daß immer wieder durch unsinnige Überschriften die wie hier völlig falsch sind, falsche Meinungsbilder generiert werden müssen!

09.09.2013
14:19
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von DifesSanoscri | #22

Und Stefan2, #6, bietet allen Verbrechern wwohlfeile Argumente für ihre Taten: so lange die gesellschaftlichen Verhältnisse so ungerecht sind, haben diese ja geradezu ein Recht, wehrlose alte Menschen, Behinderte und andere, deren Nase ihnen nicht gefällt, zusammen- oder gar totzuschlagen.
So, als würden nur arme benachteiligte Menschen zu Verbrechern, als gäbe es keine reichen Betrüger, Steuerhinterzieher, Schläger wie z.B. den, der einen französischen Polizisten zum lebenslangen Krüppel schug.
So dumm können idealistische, realitätsferne Spinnereien und Träumereien sein!

1 Antwort
Difes Sanoscri,...
von Stefan2 | #22-1

...ich finde gut, dass Sie darauf hinweisen, dass Kriminalität nicht unbedingt von armen, benachteiligten Menschen ausgeht. Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Ich habe aber ganz bewusst die möglichen Motive von Gewalt viel weiter gefasst als nur, sich ein bisschen Besitz anzueignen. Lesen Sie den Kommentar Nummer 6 doch einfach noch einmal.

Allerdings möchte ich Sie bitten, im Dialog mit mir auf Beleidigungen zu verzichten.

09.09.2013
13:05
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von Ex-Leser | #21

Und an alle Verfechter der totalen Überwachung, die nichts zu verbergen haben.

Sie müssen sich bewusst sein, daß jeder Nasenpopler und am Hintern kratzen demnächst dokumentiert wird.

Genauso wie der Flirt mit der Kollegin oder der Besuch im Puff.

Nur mal als Extrembeispiele.

2 Antworten
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von heme45 | #21-1

Wollen sie mir jetzt mein Schmartfon verbieten ,ich filme alles was sich bewegt ?!

Du bist auch son Schmartfon!
von Stefan2 | #21-2

Ja sicher kriegst du das verboten. Bitte schreib "für Stefan2" drauf und gib es bei der Dortmunder Bahnhofsbuchhandlung ab. Ich hole es dann dort ab. Die Filme können erstmal draufbleiben.

09.09.2013
13:02
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von Ex-Leser | #20

Ich glaube nicht, daß diese Kameras einen Sicherheitsgewinn erbringen.

Es gibt genug Plätze & Gebäude, welche mit Kameras überwacht werden.
Ein Beispiel sind da größere Bahnhöfe, wie der in Essen.
Gewalttaten gibt es auch dort und zwar nicht wenige.

Außerdem ist zu erkennen, daß das Vertrauensverhältnis zum Staat und anderen überwachenden Instanzen mehr als gestört ist.
Das ist aber nicht Schuld des einzelnen Bürgers.

Es wird genug Unsinn mit persönlichen Daten betrieben & der Datenschutz ist absolut notwendig.
Die Politik hat keinerlei Interesse das Persönlichkeitsrecht der Bürger zu schützen, weil nur ein gläserner Bürger ist leicht zu lenken.
Wenn man dann noch die Industrie mit "Kundendaten" beliefern kann bzw. der Industrie es erleichtert an solche Daten zu kommen, ist das Politkerklientel auch noch bestens bedient.

Daß man so evtl. das perfekte Überwachungssytem aufbaut, über welches sich Adolf o. Honecker gefreut hätten, deckt man mit dem Mäntelchen des Sicherheitsgedanken

1 Antwort
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von Broncezeit | #20-1

Da kann man auch gleich Gesetze und Polizei abschaffen. Am Essener Bahnhof gibt es trotz Gesetze und Polizei Gewalttaten.

09.09.2013
12:33
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von DifesSanoscri | #19

@ Stefan2 #6
Geht´s nach Ihnen, werden wir uns nie einigermaßen beruhigt in der Öffentlichkeit bewegen können!
Oder haben Sie ein Patentrezept, wie Ihre Bedingungen, die in Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte nicht verwirklicht wurden - außer in Kuba und Nordkorea natürlich - innerhalb akzeptabler Zeit verwirklicht werden können?
Realisten verbessern die Lebensbedingungen im Rahmen der Möglichkeiten, Idealisten und Träumer haben sie bisher nur zerstört.

1 Antwort
Nicht verwirklicht?
von Stefan2 | #19-1

Wie kommen Sie denn darauf, dass diese Bedingungen nie verwirklicht wurden? Was glauben Sie denn eigentlich, was in der BRD los wäre, wenn diese Bedingungen bei uns nicht wenigstens annähernd verwirklicht wären? Wenn massenhaft Leute hier aus Hunger klauen und morden müssten, statt vom Staat eine Mindestversorgung zu beziehen, die sicherstellt, dass sie zumindest nicht verhungern und nicht erfrieren, dann würden Sie, Sie ganz persönlich, egal wieviel Polizei man aufbieten würde, mit hoher Wahrscheinlichkeit schon die erste Woche nicht überleben. Ich glaube, es ist total wichtig, dass man den gesellschaftlichen Anspruch an soziale Gerechtigkeit untereinander und Frieden im Umgang miteinander nicht aufgibt. Er ist bei uns nicht ganz verwirklicht, aber man muss den Anspruch aufrechterhalten und darauf zuarbeiten, dann kann man sich seiner Verwirklichung annähern.

09.09.2013
12:22
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von grubendol | #18

Noch so eine Sache: Die aufgenommenen FILME müssen nach 72 Stunden gelöscht werden. Es gibt aber keine Aussage zu den aus den Aufnahmen gewonnenen Daten (beispielsweise durch Gesichtserkennung oder sonstige biometrische Auswertungen).

1 Antwort
Sonstige Daten
von Stefan2 | #18-1

Das würde mich auch interessieren. Vielleicht weiß ja einer der Mitkommentatoren, wie das geregelt ist. Oder Kollege Seher bringt nochmal ein paar Einzelheiten.

09.09.2013
11:39
VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von DifesSanoscri | #17

In Grossbritannien kümmert sich Politik und Bahnverwaltung offenbar viel mehr um die Sorgen der Bürger!
Viel mehr Polizei und viel mehr Servicepersonal in der gesamten Öffentlichkeit, auch auf kleinen Bahnhöfen!
In einem Bus konnte ich mich selbst auf einem Bildschirm sehen.
Das würde die menschenverachtenden Rowdies und Hooligans sicher beeindrucken, und Mitreisende könnten einem zu Hilfe kommen, wenn sie auf einem Bildschirm , dass jemand Hilfe braucht.
Aber das wollen ja unsere Politiker und Datenschützer nicht. Freie Fahrt für Verbrecher scheint die Devise zu sein, oder?

4 Antworten
Sorgen der Bürger 1
von Stefan2 | #17-1

Es sind aber eben auch Sorgen der Bürger, dass sie NICHT überall gefilmt, kontrolliert und überwacht werden wollen. Es handelt sich dabei um einen - vielleicht hier und da übertriebenen - Ausfluss des bürgerlich-liberalen Freiheitsbegriffs, der in unserer Republik recht stark ausgeprägt ist.

Danach ist die individuelle Freiheit des Einzelnen im Gegensatz zum Großen, Ganzen, zum Staat, zu denken. Dieser Freiheitsbegriff und die Notwendigkeit, ihn zu pflegen und zu verteidigen, hat durch den deutschen Faschismus, den sogenannten Nationalsozialismus, hier bei uns nochmal gruselige Bestätigung und Aufschwung erhalten. Den Faschismus, der in Gestalt seiner Staatsorgane dir wirklich in ALLES reinreden konnte und dessen Schergen dich wochenlang bespitzelt und dir morgens um vier die Schlafzimmertür eingetreten haben, um dich unter den Augen deiner weinenden Kinder aus deiner Wohnung zu schleifen und zu misshandeln.

Sorgen der Bürger 2
von Stefan2 | #17-2

Hier liegt eben ein wesentlicher Unterschied, denn das war in Großbritannien anders. Hier hat der Staat seine Bürgerinnen und Bürger vor solchen Zumutungen geschützt, anstatt sie selber zu begehen. Deswegen haben die Briten auch bei weitem kein so großes Problem mit der Überwachung ihrer Kommunikation. Sie haben einfach nicht die historische Erfahrung machen müssen, dass diese gegen sie, gegen einen Teil der Bevölkerung eingesetzt wird.

VRR baut für mehr Sicherheit Videokameras in alle Züge ein
von Din-Boy | #17-3

Ich fahr einfach kein Bus und Bahn mehr.

Din-Boy,...
von Stefan2 | #17-4

...das können Sie natürlich machen wie Nolte. Ihnen entgeht aber viel, wenn Sie auf den ÖPNV verzichten. Man hat da nämlich auch viele, viele freudvolle Begegnungen. Sicher mehr, als wenn Sie alleine in Ihrer Blechkiste sitzen.

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