Vorsicht! Keime im Putenfleisch

An Rhein und Ruhr..  Putenfleisch gilt als mager und gesund. Die Geflügelwirtschaft hat den Werbeslogan „Deutsche Pute. Die Gute“ ersonnen. Kunden greifen gerne zu: Im Schnitt verspeist jeder Deutsche im Jahr bis zu sechs Kilo Pute. Doch am Montag hat der Umweltverband „BUND“ nun gewarnt: Auf Putenfleisch aus Discountern lauern Keime wie MRSA und ESBL-Bildner, gegen die Penicillin und Co. nicht mehr helfen. Damit wachse die Gefahr, dass Antibiotika versagen.

Der Bund hat in zwölf Städten – darunter Dresden, Köln, Stuttgart, Mannheim – Testkäufer losgeschickt, die bei den Discountern Aldi, Lidl, Netto, Penny und Real abgepacktes, frisches Putenfleisch gekauft haben. Das Labor Fen-Lab GmbH in Hamburg hat dann 57 Proben untersucht. Es handele sich nur um eine „Stichprobe, die nicht repräsentativ sei“, betonen die Tester. Sie verschaffe aber einen „Eindruck“.

88 Prozent belastet

Das Ergebnis: 88 Prozent der Proben waren mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Bei 42 Proben fanden sich MRSA-Keime. 30 Proben wiesen ESBL-bildende Erreger auf. Zwar werde zumeist niemand direkt krank, wenn er sie sich einverleibe, erklärt BUND-Expertin Reinhild Benning: „Doch im Krankheitsfall könnten sie Antibiotika außer Gefecht setzen und MRSA-Keime können schwere Infektionen auslösen, wenn sie bei der Fleischzubereitung etwa durch einen Ritz an der Hand in den Körper gelangen.“