Vom Karneval nach Hitchbottrop

Als unbedarfter Reisender ins Rheinland muss man sich in diesen Tagen mit der veränderten Sicherheitslage vertraut machen. Bonbonbombardements, Verhedderungen in Luftschlangen, Schlingerbewegungen (so genanntes Schunkeln) meist in Tateinheit mit dem Konsum toxischer Substanzen – da muss man sich drauf einstellen.

Warum wir das schreiben? Weil wir uns um Hitchbot sorgen, den kleinen kanadischen Roboter, der nach einer Tour durch seine Heimat jetzt auf Deutschlandreise ist. Zehn Tage soll sie dauern und eigentlich wird alle 15 Minuten sein Standort auf einer Karte aktualisiert. Daher wissen wir, dass der kleine Kerl, etwa 8 Kilo schwer und 60 Zentimeter groß, in München startete, Schloss Neuschwanstein besuchte und via Würzburg und Frankfurt nach Köln kam.

Die rote Linie, die dort seinen Zug durch die Gemeinde markiert, führt schnurgerade zum Dom, von dort hat er noch freudig in die Welt hinausposaunt: „In Deutschland feiern die Menschen Karneval, um den Winter zu vertreiben. Gestern wurde ich mit Blumen geschmückt, von einem Spielmannszug aufgegabelt und ich feierte bei Sonnenschein vor dem Kölner Dom. Im Vergleich zu Kanada ist es hier wirklich angenehm warm.“ Danach machte er sich auf in den Kölner Norden und hat bei Köln-Mülheim die Rheinseite gewechselt. Dort, in einer kleinen Grünanlage, endete seine Spur...

Es gab Gerüchte, dass Hitchbots nächste Meldung aus einem nahen Arzneimittelwerk kommen würde... auf der Suche nach Aspirin. Weit gefehlt: Der umtriebige Roboter hat sich an Bord eines Porsches geschmuggelt und fuhr nach Bottrop. Wenn sich die Stadt jetzt in Hitchbottrop umbenennen würde – das wäre närrisch.