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Ernährung

Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik

13.01.2012 | 18:59 Uhr
Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik
Jeden Tag Gemüse und Salat, mindestens einmal die Woche Fisch, nur fettarmes Fleisch und nicht paniert, das raten zumindest die Experten. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Essen.   Lecker und gesund sieht anders aus: Forscher der Hochschule Niederrhein sehen in 90 Prozent der Schulkantinen Mängel. Hauptproblem: Das Essen wird zu lange warmgehalten. Falsche Planung mache Schulessen oft auch unnötig teuer, meinen Experten.

Nicht ausgewogen, Hygienemängel bei der Zubereitung, freudlose Präsentation: Das Essen in Schulmensen ist nach Ansicht von Experten stark verbesserungsbedürftig. Professor Dieter Peinelt, Ernährungswissenschaftler an der Hochschule Niederrhein, geht davon aus, dass es an 90 Prozent der Schulen Mängel gibt. Hauptproblem sei, dass Essen nach der Zubereitung zu lange warmgehalten werde, mitunter sogar fünf oder sechs Stunden. „Das kann dann niemandem mehr schmecken“, so Peinelt. Nur drei Stunden seien vertretbar.

Peinelt warb gestern in Mönchengladbach für das von der Hochschule entwickelte Gütesiegel für Schulverpflegung. Seine Kritik stützt er auf Erfahrungen, die die Hochschule während der vergangenen fünf Jahre bei Untersuchungen in 200 Schulen bundesweit gemacht hat. Die Erfahrungen seien nicht repräsentativ, aber aussagekräftig, wie es an der Hochschule heißt. Wissenschaftler Peinelt sieht viele Schulleitungen damit überfordert, im Zuge neu eingerichteter Ganztagsschulen in kurzer Zeit eine Verpflegung einführen zu müssen.

Unnötig teuer durch falsche Planung

Das Engagement von Eltern in Mensen sei ehrenwert; doch wüssten Laien häufig nicht über Hygienevorschriften Bescheid. „Die Schulverpflegung sollte in die Hände von Profis gelegt werden“, meint der Ernährungswissenschaftler. Falsche Planung mache Schulessen oft auch unnötig teuer.

Eltern zahlen in der Regel immer nur einen Beitrag von zwei oder drei Euro. Die tatsächlichen Kosten liegen – subventioniert vom Steuerzahler – aber viel höher. Peinelt empfiehlt, Mahlzeiten zentral vorzugaren, kurz vor Fertigstellung herunterzukühlen, tiefgefroren an Schulen zu liefern und dort wieder im Heißluftdämpfer zu erhitzen („Temperaturentkopplung“). Auf diese Weise sichere man die Qualität der Speisen bei relativ günstigen Kosten von 4,38 Euro und 7,05 Euro je Essen (je nach Anzahl der zubereiteten Mahlzeiten). Selber kochen vor Ort sei teurer (5,03 bis 10,44 Euro).

Wie sollte der Speiseplan aussehen? „Mindestens einmal pro Woche Fisch, jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Vollkornprodukte, dazu Obst und Milchprodukte als Nachspeise“, sagt Peinelt. Fleisch solle fettarm sein und nicht paniert; zudem solle es täglich ein Angebot für Vegetarier geben.

Holger Dumke

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Kommentare
14.01.2012
06:21
Es fehlen Mensen
von kabulkez | #4

Lieber Herr Sauerland oder Nachfolger!

Das wäre doch wahrlich mal eine Herausforderung, eine echte Aufgabe: Schauen Sie sich mal in der Duisburger Schullandschaft um!

Es gibt zig Ganztagsschulen, die über gar keine Mensa verfügen, dort sind anstelle eines gesunden Essens billige, labbrige und überteuerte Brötchen mit Remoulade, Fettgebackenes, Süßigkeiten und billiges Wassereis Lebensmittelstandard.

Die Landespolitik dringt zwar auf den Ganztag, verrät aber nicht, wo die Millionen zum Bau von vernünftigen Mensen herkommen sollen.

Es ist schon absurd: Die Kinder sollen zwar im Hauswirtschaftsunterricht zu gesunder Ernährung erzogen werden, sobald sie aber den Klassenraum verlassen und Hunger haben, sie die Realität anders aus.

Hier wird nur über die Qualität von Mensaessen diskutiert, nicht aber darüber, dass viele Kinder vom Elternhaus morgens, ohne gefrühstückt zu haben, ohne Geld und ohne Essen, zur Schule geschickt werden. Die Folgen sind fatal: Die Kinder sind unkonzentriert, ihnen wird schwarz vor Augen. Frage des Lehrers: "Hast du denn nicht gefrühstückt?" Antwort von Schülern (Klasse 5): "Nein, Mama hatte kein Kleingeld." oder "Meine Eltern haben noch geschlafen." oder "Wir kriegen erst morgen wieder Geld."

Ich wünschte, an meiner Schule hätten die Kinder die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit - ob verkocht oder nicht - zu sich zu nehmen. Hauptsache, sie wäre erst einmal satt.

Didaktischer Leiter einer Gesamtschule

1 Antwort
Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik
von runningvalentino | #4-1

Recte magister ,

so sieht die Wirklichkeit (leider) nicht nur an Gesamtschulen in Duisburg aus!
Auch in einem Wohnort kommen die Kinder ohne Frühstück zur Schule - oder es wurde ihnen wegen des schlechten Gewissens Geld in die Hand gedrückt, um kurz "beim Bäcker " etwas zu kaufen. Was dabei heraus kommt, kann sich Jeder denken...

Überdies ist der Geschmack der meisten Kinder durch den intensiven Verzehr von Fast Food a la Burger King derart degeneriert, dass sie "gesundes" Essen nicht mehr akzeptieren, weil ihnen Gemüse und Fisch nicht mehr schmecken.

Somit ist selbst relativ verkochtes Mensaessen sicherlich noch ein Gewinn. Die Schüler sagen immer "Zum Ka.... reichts" ! ( Vulgär, aber nicht unwahr ...)

14.01.2012
03:32
Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik
von buerger90 | #3

Schauen Sie sich doch einmal im Leibniz-Gymnasium um ?

Alles nur Schwindel ?
Wie hies es noch in der UDSSR ?
Das Potkemschische Dorf oder so ?

Das ist Schule in Deutschland.

Schauen Sie sich doch das Vergabeverfahren für Studenten an.

Das ist das Chaos der Verwaltung in Deutschland !

1 Antwort
Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik
von runningvalentino | #3-1

Also, die Dörfer hießen Potemkinsche Dörfer :-(

Ich nehmen einmal an, Sie meinen das LG in Dortmund . Was ist denn damit ?
Ihr Beitrag beginnt mit einer Aussage und einem Fragezeichen als Satzzeichen ....

Wenn Sie aber etwas kritisieren wollen, müssen Sie auch Details nennen, die ein Unbeteiligter nicht kennen kann, oder ?

13.01.2012
22:10
Das mit den Henkelmännern...
von schriftsetzer | #2

...sehe ich genauso wie Sie, dentix07. Und ich unterstelle Ihnen natürlich, dass Sie das auch hinbekommen würden. ;-)

Aber die Tatsache ist doch, dass viele Eltern - aus welchen Gründen auch immer - nicht in der Lage bzw. überfordert sind, ihren KIndern ein Essen mitzugeben. Das fängt doch beim Frühstück an: viele Schüler gehen hungrig zur Schule, weil Mama oder Papa es nicht gepeilt bekommen, eine Stulle zu schmieren und einen Apfel dazu zu packen... da sehe ich für den Henkelmann schwarz.

13.01.2012
21:01
Viele Schulmensen wegen Hygienemängeln in der Kritik
von dentix07 | #1

Den wichtigsten Punkt vergessen alle. Essen muß auch schmecken! Und da Mensa"fraß" genauso Massenprodukt ist wie Billig-Dose, mangelts meistens am Geschmack!
"Entweder es schmeckt, oder es ist "gesund", sagte meine Oma. (Gesund nach Meinung von sogenannten "Experten": Ernährungsphysiologen, Lebensmittelchemikern und Stadt-, Kreiskämmerern und Schulbehörden). Köche - die eigentlichen Experten - bleiben meistens außen vor.)
Noch ein Punkt: Zeit!
"Gesundes" Essen braucht Zeit, sowohl zur Zubereitung, als auch beim Verzehr!
Nu, seh ich meine Tochter. 50 Minuten "Mittagspause" in der Schule (Über 1000 Schüler!). Davon min. (!) 20 Minuten in der Schlange an der Essensausgabe. (Was sehr viele Schüler schon davon abhält sich Essen zu bestellen.) Mit etwas Glück auch nen Platz am Tisch gefunden. (Ansonsten heißts nämlich Teller im Treppenhaus/auf dem Schulhof auf den Knieen!) Die Pause fast Ende, also runterschlingen!
GESUND (und wenn das Essen selbst noch so gesund wäre) sieht anders aus!

Meine eigene Erfahrung mit Mensen (Uni und Krankenhaus): Zwar billig, häufig zu wenig zum Sattwerden und auch geschmacklich ne Katastrophe!

Dazu noch: Hygienemängel in Mensen betreffen gleich eine große Anzahl Menschen. Wenn Zuhause so was schief geht, betriffts vielleicht 4, 5 Personen, aber nicht gleich Hunderte!

Wo ist eigentlich der gute alte "Henkelmann" oder "Düppen" geblieben? Hat irgendein Ernährungs"experte", Mensaeuphoriker jemals darüber nachgedacht, z.B. den Schülern die Möglichkeit zu geben einen "Henkelmann" aufzuwärmen?
DAS wäre schmackhaft, billig, schnell und würde noch Geschirr (plus Spülen), Energie, Lieferwege und Personalkosten sparen!
Aber das geht ja nicht, da dann jeder was anderes essen würde und die Bevormundungskontrolle über die Ernährung unterlaufen würde! Denn merke: NUR wir, die "Experten", wissen was gur für euch ist!

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