Viele Räumdienste waren vom Schneefall überrascht
2013-01-15T06:00:00+0100
Warum stimmten die Wetter-Prognosen nicht?
Rückblick: Nur ein wenig Schneegriesel hatten die Wetterdienste für Montag vorausgesagt. Doch das, was die Bewohner im Ruhrgebiet, im Rheinland und in der Eifel am Morgen auf der Straße sahen, war mehr als Griesel. „Es waren immer kleinräumige Zellen, in denen viel Schnee runtergekommen ist“, erklärt Roland Vögtlin.
Viele Autofahrer waren verwundert, stapften sie doch erst über eine dicke Schneedecke zu ihrem Pkw und sahen dann nach zehn Kilometern Fahrt nichts mehr von der weißen Pracht. „Und je kleinräumiger der Schnee runter kommt, desto schwieriger ist er auf dem Bildschirm zu erkennen“, sagt Vögtlin.
Waren die Räumdienste auf den Schneefall eingestellt?
Der Landesbetrieb Straßen.NRW wurde vom Wintereinbruch kalt erwischt. „Die Wetterdienste hatten zwei Zentimeter Schnee vorhergesagt, an Rhein und Ruhr waren es dann aber zehn Zentimeter. Das ist natürlich ein großer Unterschied“, sagte Sprecher Bernhard Löchter.
Glatte Straßen haben am Montagmorgen den Verkehr in weiten Teilen NRWs erheblich gestört. Auch bei Bus und Bahn kommt es zu Verspätungen. Der WDR meldete am Morgen mehr als 400 Kilometer, vor allem an Rhein und Ruhr. In Essen räumte der Winterdienst Probleme ein: Die Räumfahrzeuge stehen im Stau.
Ab Sonntagabend um 23 Uhr seien die Räumdienste im Einsatz gewesen. Doch der Schneeeinbruch am Morgen ließ das ausgestreute Salz rasch unwirksam werden: „Das hat uns anfangs Probleme bereitet“, sagte Löchter. Insgesamt 700 Winterdienstfahrzeuge waren auf den Autobahnen und Landstraßen im gesamten Bundesland im Einsatz. Löchter vermutet, dass noch weitere Touren anstehen. „Wir stellen uns für die nächsten Tage auf weiteren Schneefall ein“, betont er.
Wie sah es in den großen Städten aus?
In Duisburg waren ab vier Uhr insgesamt 20 Groß- und 26 Kleinstreuer im Einsatz. 96 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe wollten die Gefahren für Verkehrsteilnehmer minimal halten. Trotzdem kam es in Duisburg zu starken Verkehrsbehinderungen. Lastwagen mit Sommerreifen blieben stecken und verstopften die Straßen in den Stadtteilen Ruhrort und Neuenkamp. Die Blechschäden hielten sich in Grenzen: Die Duisburger Polizei zählte bis zehn Uhr nur 23 Unfälle, die aber meistens glimpflich abliefen: Nur ein Radfahrer zog sich leichte Verletzungen zu.
In Essen gab es kaum Unfälle, dafür hatten die Räumdienste große Probleme. „Der Schnee kam in der Rushhour runter. Deswegen konnten wir nicht so räumen, wie es die Essener Bürger von uns gewohnt sind“, berichtet Rolf Friesewinkel. Um 6.30 Uhr war der Einsatzleiter des Winterdienstes über die Ruhrallee nach Essen gefahren. „Da waren die Straßen noch schwarz.“ Sie wurden schnell weiß, sehr zum Leidwesen der Räumdienste. „Wir haben mit den Bürgern im Stau gestanden . Und bei gelbem Licht fährt auch keiner zur Seite“, sagt Friesewinkel. Um 9.30 Uhr hatte sich die Situation wieder entspannt.
Welche Regionen blieben vom Schnee komplett verschont?
Im Kreis Kleve hieß es allerorts: Freie Fahrt. Flocken wurden nicht gesichtet. Und auch im benachbarten Kreis Wesel gab es keine Probleme mit dem Schnee. Zumindest keine unmittelbaren: Ein Lkw-Unfall auf der A 59 führte zu einem Rückstau bis auf die A 40 nach Moers. (mit dae/kari)
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15:24
Wir hatten heute in der Firma eine Anlieferung aus den Niederlanden, erste Frage vom Fahrer " Habt ihr hier keinen Räumdienst?"
Im weiteren Gespräch fanden wir den Grund weshalb selbst der Räumdienst in den Niederlanden funktioniert, nur hier nicht.
In den Niederlanden werden die Räumaufträge an Firmen gegeben und wenn diese ihre Arbeit nicht erledigen, bekommen die einfach kein Geld und im nächsten Jahr sicherlich keine weiteren Aufträge.
In den exponierten Städten des Ruhrgebiets sieht es dann eher so aus, dass zu allererst die Straßen gestreut werden, in denen "hohe" Funktionäre der Stadt wohnen, danach (falls nix dazwischen kommt) Bushaltestellen und Bürgersteige(vor öffentlichen Gebäuden) 10 cm dick unter Salz gesetzt werden und sollte dann noch was im Auto sein, einmal kurz über die Autobahn.
Danach Mittagspause, neues Salz besorgen und wenn der Feierabend noch nicht zu nahe ist, kurz über die ein oder andere Hauptverkehrsstraße.
Die Stadt und ihr Klüngel....
11:14
Wenn ich dieses dumme Geschwafel der Verantwortlichen höre stellen sich mir die Haare auf. Die sollten wirklich mal nach Bayern kommen und dort sehen wie man das macht! So ein Chaos gibt es nirgendwo, nur in NRW. Über 5-10 cm Schnee wird in Bayern nur gelacht. Die Strassen sind bis auf kleine Nebenwege fast immer kpl. frei.
08:11
Da haben wir zwei Tage Winter mit max. 15 cm Schnee und alle sind überfordert - einfach nur armseelig.
Dann würde mich noch interessieren, wo die Straßen geräumt und gestreut wurden. Auf meinem Weg zur Arbeit ist das seit Beginn des Schneefalls jedenfalls nicht geschehen. Auf den Hauptstraßen ist es zzt. nur möglich zu fahren, weil Schnee und Matsch durch die vielen Autos aufgelöst wurde.
Die Bayern lachen sich sicher bei solchen Verhältnissen krumm.
07:13
zur Prävention drohender Kritik, oder wie?
700 Fahrzeuge! Mein Gott, so viel, sie tun was sie können...diese Selbstbeweihräucherung JEDES JAHR neu, *otzt mich an.
Was soll das?
Einfach die Arbeit machen und mal ein wenig früher aus den Federn kommen, um sich eben NICHT vom "Schnee überraschen lassen".
"Wir wurden vom Feind überrascht und besiegt.", damit hätte Napoleon keine Schlacht gewonnen.
06:07
nur in GLADBECK wurde man NICHT überrascht ! Wieso derart pauschale headline ??
Hier wurde schön , wie gewohnt , geräumt !
Schon zu nächtlicher Zeit !
Glückauf Gladbecker-ZBG DANKE
01:12
vom schnee überrascht.ich lach mich schlapp.es fängt sonntag abend an zu schneien, und die knechte fangen montags an zu räumen,wenn überhaupt.und wundern sich über verstopfte strassen.da muss man erst mal drauf kommen.
23:49
Wenn sich - wie im Horrorwinter vor zwei Jahren - in Gelsenkirchen Gelsendienste vor allem darauf konzentriert, seine Verträge mit BP zu erfüllen, deren Werke vom Schnee zu räumen u. die Straßen gleichzeitig völlig vernachlässigt werden, muss Kritik erlaubt sein. Der Stress bei Schnee u. Eis hier im Flachland hat vor allem mit den schlechten Leistungen der lokalten Räumdienste zu tun u. weniger damit, dass die Menschen sich übermäßig aufregen würden. In Süddeutschland oder auch in den Mittelgebirgen wird auch deutlich besser geräumt als hier. Deshalb ist dort insofern der Stressfaktor auch geringer.
22:59
Es geht hier auch eigentlich nicht um die paar cm Schnee.
Es geht um Eigenlobhudeleien, Schönredereien und sich selbst auf die Schulter klopfen, von Leuten die jedes Jahr aufs neue freie Straßen anpreisen und es nicht auf die Reihe bekommen.
Wenn klar gesagt werden würde, dass es nur so funktioniert wie es aktuell ist, wäre der Unmut um einiges geringer.
22:38
Leute seid doch einfach mal gelassener,steht eher auf und wenn ihr dann immer noch zu spät kommt,dann ist ebenso.Es gibt sachen,die kann man nicht ändern!Furchtbar dieser Stress hier in Flachlanddeutschland.
Tja, wenn ich so wie Sie keine Verpflichtungen hätte, wäre ich auch die Ruhe in Person, nur legt mein Chef leider Wert auf Pünktlichkeit, wie doof!
Na, wenn der es pünktlich schafft, dürften Sie es doch auch wohl hinbekommen, oder?
22:10
Ich kann mich mühsam erinnern: früher nannte man diese Jahreszeit "Winter", wo es völlig normal war, dass Schnee fiel. Heute "kämpft" man gegen 5-10 cm Schnee.
Die WAZ sollte sich dringend einer andern Wortwahl befleißigen - Kampf ist etwas völlig anderes.