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Verbrechen

Vater von erschossenen Kindern wird mit Haftbefehl gesucht

21.08.2012 | 06:55 Uhr
Vater von erschossenen Kindern wird mit Haftbefehl gesucht
Zahlreiche Anwohner und Schaulustige verfolgten den Polizeieinsatz in Neuss. In einer Wohnung waren eine 26-Jährige und ihre beiden Kinder, acht und vier Jahre alt, tot aufgefunden worden.Foto: dapd

Neuss.   In einer Wohnung in Neuss sind am Montagabend die Leichen einer Mutter und zweier Kinder entdeckt worden. Nach Angaben der Polizei wurden die Opfer erschossen. Tatverdächtig ist der Vater, gegen den inzwischen ein Haftbefehl vorliegt. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist allerdings völlig unklar.

Die zwei in Neuss tot aufgefundenen Kinder und ihre Mutter sind erschossen worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag mit. Die Polizei verdächtigt den Vater, die Taten begangen zu haben. Gegen Fallah S. liegt ein Haftbefehl vor. Die Polizei weiß allerdings nicht, wo sich der gebürtige Iraker mit deutscher Staatsangehörigkeit derzeit aufhält. Sie geht davon aus, dass er geflohen ist. Wahrscheinlich hat er die Tatwaffe noch bei sich.

Die Leichen waren am Dienstag obduziert worden. Die 26-jährige Frau und ihre beiden vier und acht Jahre alten Kinder waren am Montagabend in ihrer Wohnung in der Neusser Nordstadt entdeckt worden. Verwandte wollten die Familie besuchen. Als ihnen niemand öffnete, obwohl aus der Wohnung Musik zu hören war, riefen sie die Polizei. Daraufhin habe die Polizei vor Ort entschieden, die Tür durch einen Schlüsseldienst öffnen zu lassen. In der Wohnung fand man die drei Toten.

Suche nach dem Ehemann und Vater

Der Vater gilt nach Angaben der Polizei als gewaltbereit. Seit 2010 waren die Beamten bereits mehrfach zu Einsätzen ausgerückt, weil er seine Frau bedroht und geschlagen hatte. Dabei sei es allerdings nie zu Übergriffen gegen die Kinder gekommen, wie ein Polizeisprecher betonte.

Mehrfach wurde dem Verdächtigen wegen der Übergriffe untersagt, sich in der gemeinsamen Wohnung aufzuhalten. Zum Tatzeitpunkt habe allerdings kein Aufenthaltsverbot gegen ihn vorgelegen, sagte die Polizei.

Bereits die vierte Kindstötung in den vergangenen Wochen in NRW

Bei der Tat handelt es sich bereits um die vierte Kindstötung in den vergangenen Wochen in NRW. Anfang August waren in Dortmund drei Kinder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, verdächtig ist die Lebensgefährtin des Vaters. Kurz darauf soll ein geistig gestörter Mann den acht Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin in Oberhausen getötet haben. Mitte August erstach eine Mutter in Essen ihre sieben Jahre alte Tochter, anschließend tötete sie sich selbst. (dapd/we)

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