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User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch

26.06.2013 | 12:00 Uhr
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
Das Bild zeigt Bergleute im Jahr 1982, die zur Mittagsschicht einfahren. Nichts steht mehr für das Ruhrgebiet, als der Bergbau.Foto: WAZ FotoPool

Ruhrgebiet.  Eigentlich sollte die Gruppe "Dinge, die einer ausm Pott nicht sagt" bei Facebook ein Spaß unter Kumpel werden. Nach wenigen Tagen, ist die Anzahl der "Gefällt mir"-Klicks auf 40.000 geklettert - Tendenz steigend. Ausdrücke des Ruhrgebiets wie "Komma bei mich bei" scheinen beliebt wie nie zuvor.

"Komma bei mich bei", "Na, wie is die Lage?" und "Hömma" - Ausdrücke und Sätze, bei der ein Berliner oder Hamburger nur fragend aus der Wäsche gucken würde, sind im Ruhrpott ganz normal. Und weil alle "Pottis" ihre Sprache so sehr lieben, hat sich ein echter Ruhri vom Rande des Ruhrgebiets, Unna, bei Facebook gedacht, dass er auf einer Fanpage für den Pott Ausdrücke und Sätze sammelt, die es nur hier gibt. Eine simple Idee, die bei Facebook durch die Decke ging.

Auf "Dinge, die einer ausm Pott nicht sagt" häufen sich die Pinnwandeinträge. Wer sich nun fragt, warum Thomas die Fanpage so genannt hat: Er erklärt typische Ruhrpott-Ausdrücke auf hochdeutsch. Ein Beispiel. Im Hochdeutschen würde man sagen: "Du bist an der Reihe". Betreiber Thomas tippt unter den grammatikalisch korrekten Satz die Pott-Übersetzung: "Ey! Du bist anne Reihe!" Wer aus dem Ruhrpott kann sich nicht damit identifizieren...?

Innerhalb weniger Tage erhielt die Seite 40.000 Klicks

Besonders beliebt sind auch Sätze auf der Pinnwand, die einfach nicht ins Ruhrgebiet gehören und die hier niemand sagen würde. "Grüß Gott und Servus", "Schalke ist Deutscher Meister" und "Lass uns lieber ins Freibad gehen, als im Kanal zu schwimmen" sind Sätze, die kein anständiger Ruhrgebietler sagen würde, auch wenn es manch einen Gelsenkirchener gibt, der es sich mit Sicherheit wünschen würde.

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Innerhalb weniger Tage ist die Anzahl der "Gefällt mir"-Klicks auf knapp 40.000 gestiegen - und da ist noch jede Menge Luft nach oben. Dabei hat Betreiber Thomas mit einem solchen Ansturm gar nicht gerechnet. "Ich dachte, vielleicht bekomme ich einige hundert Likes. Aber die Seite ist erst seit dem 11. Juni 2013 in Betrieb und ist so durch die Decke gegangen, das hätte ich nicht erwartet."

Ähnliche Facebook-Seiten gibt es übrigens mittlerweile auch für einzelne Städte, zum Beispiel "Dinge, die ein Bochumer nie sagt" oder "Dinge, die ein Essener nicht sagt" . Letztere ist gerade ein paar Stunden im Netzwerk.

"Dinge, die ein Student nicht sagt"

Dass es noch viel mehr solcher Seiten bei Facebook gibt, weiß der gemeine Facebook-User. Am auffälligsten ist die Gruppe "Dinge, die ein Student niemals sagen würde". Mit mehr als 72.000 Likes ist die Seite ebenso erfolgreich wie ihr Ruhrgebiets-Nachfolger. Seit dem 28. Mai 2013 dabei, überschlagen sich die Klickzahlen hier ebenso. "Ich stehe immer sofort auf, wenn der Wecker klingelt", "Nächstes Semester lasse ich keine Prüfung offen" und "Zwei Monate Ferien sind wirklich viel zu lang" sind Sätze, bei denen jeder Student weiß, dass sie noch nie aus seinem Mund gekommen sind und niemals kommen werden.

Dinge, die einer ausm Pott nicht sagt

Für Betreiber Thomas ist die Fanpage des Ruhrgebiets eine echte Herzensangelegenheit. Er verrät, dass ihm das "Pott-Deutsch" neben dem Berliner Akzent der Liebste in ganz Deutschland ist. Verständlich, schließlich ist er auch ein echter Ruhri. Wie es mit seiner Seite weitergeht, weiß er nicht, zu überwältigt ist er von dem bisherigen Erfolg. "Ich freue mich über alle Nachrichten, die ich mich Sprüchen aus dem Pott kriege. Also sollen die Leute mir alles schicken, was ihnen einfällt." 

Franziska Bombach



Kommentare
08.08.2013
12:29
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von Nobby.Brinks | #21

Nicht alle sprechen Ruhrdeutsch.

„Wir vom Niederrhein“ , wir aus Voerde, Hamminkeln, Xanten sprechen Niederrheinisch.

Auch muss angezweifelt werden, ob in Ennepetal, Unna, Hamm, ... Ruhrdeutsch gesprochen wird.

18.06.2013
11:49
Ey! Du bist anne Reihe!
von maribe2411 | #20

Müsste es nicht heißen:Ey!Du biss anne Reihe!

17.06.2013
13:46
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von kopfhoch | #19

Abba ährlich, voll panne manche leute. Iss doch knorke hier

17.06.2013
12:19
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von Dr.Seltsam | #18

Merkwürdige Diskussion hier..
Ich selbst habe noch aufm Pütt gelernt.
Ich hab im Garten Stallkarnikel gefüttert und Sonntags selbst mal eins gefuttert.
Am Wochenende wurde der Badeofen für die ganze Familie angeheizt.
Und wenn ich "Hans im Glück aus Herne2" sehe, krieg ich Pipi inne Augen.
Ich schäme mich nicht dafür ausm Pott zu kommen. Und warum sollte man seine Eigenheiten nicht auch pflegen?

Es ist schade, dass hier niemand mehr das ursprüngliche Platt beherrscht, das hier gesprochen wurde.
Das wurde durch die rasende Verstädterung und Zuwanderung im 19. Jahrhundert ja innerhalb von wenigen Jahren ausgelöscht.
Wir müssen nicht alle klingen, wie Nachrichtensprecher. Unsere Soziolekte sind nichts, wofür man sich schämen müsste. Und da sie langsam aussterben, bin ich der Meinung, dass man sie pflegen muss.

17.06.2013
11:11
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von bearny | #17

Richtig "Ruhrpott" können eh nur die, die da wohnen.
Alles andere ist nachgemacht. Ob das allerdings immer so nett ist, ist eine andere Sache- immerhin ist "pöttisch" immer noch anerkannter als z.B. zu sächseln.
Zu @13 kann ich nur sagen: Plattdeutsch generell ist eigentlich kein hochdeutscher Dialekt sondern fast eine eigene Sprache. Und zwar die des "kleinen Mannes" oder der Bauern, wie z.B. im Münsterland (was fast niederländisch verwandt ist) oder Sauerland. Hochdeutsch war bis in die Anfänge des letzten Jhs. eher der "oberen" Schicht vorbehalten. Eine solche Aufteilung findet man vielleicht noch in England, und selbst da nicht mehr so.

17.06.2013
06:49
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von StylusColor | #16

Der Pott u. andere Geisteskrankheiten.

16.06.2013
17:16
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von Eifelzebra | #15

@6,

nein, heute geht es nicht mehr um Weltoffenheit und Aufnahme anderer Kulturen. Aber es war so, und das lässt sich nicht wegreden. Auch wenn es weh tut, in der Sprache des Ruhrpotts finden sich auch jiddische Anleihen

16.06.2013
17:13
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von Eifelzebra | #14

Was seid Ihr doch für Miesmacher und Korinthenk....! Geht das einfach mal mit Spaß und Lockerheit an statt jetzt wissenschaftliche Abhandlung über die Berechtigung eines eigenständigen Ruhrpott-Dialekts zu verfassen.

Draußen scheint die Sonne bei angenehmen Temperaturen, da muss niemand zu Lachen in den Keller

15.06.2013
15:21
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von silera | #13

Ruhrgebietsdeutsch ist Platt für Jedermann. Hören sie mal das Münsteraner Platt ,oder das Niederrheinische da verstehen sie kein Wort wenn sie aus Essen oder Gelsenkirchen kommen. Aber uns kann jeder verstehen. Und es ist auch nicht der Slang allein der alles ausmacht, sondern die auf den Punkt gebrachte Direktheit ohne Zwischentöne.
Und das liebe ich.

15.06.2013
13:07
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von Karlot | #12

Und das Besondere: in ganz Westfalen wird "Ruhrpott-Deutsch" gesprochen.
Denn das, was wir darunter verstehen, ist nichts anderes als umgangssprachliches Hochdeutsch mit westfälischem Akzent.

.

1 Antwort
User lieben die Facebook-Seite über Ruhrpott-Deutsch
von Nobby.Brinks | #12-1

Der Niederrhein spricht Niederrheinisch!

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