Urteil im Prozess gegen mutmaßliche IS-Terrorhelfer erwartet

Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Helfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat" soll heute das Urteil verkündet werden. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht war fünf Monate lang gegen eine Frau und einen Mann aus Bonn verhandelt worden.

Düsseldorf.. Die 26-jährige Hauptangeklagte soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft für vier Jahre ins Gefängnis. Sie habe ihrem Ehemann, einem IS-Terroristen, insgesamt 5000 Euro zukommen lassen. Mit dem Geld seien Terroristen bewaffnet und verpflegt worden. Für den Mitangeklagten forderten die Ankläger eine Bewährungsstrafe.

Das Verfahren gegen eine hochschwangere dritte Angeklagte wurde abgetrennt. Die Verteidiger forderten für die Hauptangeklagte höchstens zwei Jahre Haft auf Bewährung. Sie sei nicht für die Taten ihres Mannes verantwortlich. Lange Zeit habe sie nicht gewusst, dass dieser sich dem IS angeschlossen habe. Ihre Unterstützung habe ihrem Ehemann gegolten, nicht dem IS. Für den Mitangeklagten forderten die Anwälte einen Freispruch. Seine Beteiligung sei nicht erwiesen.

Ermittler haben in mehreren Fällen den Verdacht, dass der "Islamische Staat" aus Deutschland nicht nur mit islamistischen Kämpfern, sondern auch mit Geld versorgt wird. So war im vergangenen Jahr im Raum Köln eine Gruppe festgenommen worden, die die Terrorgruppe mit Einbrüchen in Kirchen finanziert haben soll. Erst am Dienstag bekannt geworden, dass die Terrororganisation im Ruhrgebiet mit Versicherungsbetrügereien unterstützt worden sein soll. Das Geld aus fingierten Autounfällen soll an den "Islamischen Staat" geflossen sein.