Unfall auf Bobbahn erst spät entdeckt

Winterberg..  Nach dem Unglück bei einer verbotenen nächtlichen Fahrt durch eine Bobbahn im Sauerland haben die Verletzten mehr als eine Stunde im Eiskanal gelegen, bis Hilfe kam. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Arnsberg am Montag. In der Nacht zum Samstag waren drei Männer auf Kinderschlitten durch den Eiskanal in Winterberg (die NRZ berichtete) gerutscht und gegen einen im Zieleinlauf abgestellten Mini-Traktor geprallt. Erst nach mehr als einer Stunde hörte ein Nachbar der Wintersportanlage Hilferufe und alarmierte die Polizei.

Bei dem Unfall war ein 25-Jähriger aus Hamm ums Leben gekommen, seine beiden 26 und 29 Jahre alten Freunde wurden schwer verletzt. Die Leiche des 25-Jährigen sollte obduziert werden, um Aufschluss über den Hergang zu bekommen. „Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass jemand anderes als die Geschädigten verantwortlich ist“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Klaus Neulken am Montag.

Kein Alkohol im Spiel

Ein Anwohner meldete sich kurz nach vier Uhr bei der Polizei. Als die Rettungskräfte eintrafen, waren sie „schwer verletzt und unterkühlt“, sagte Neulken. Nach bisherigen Erkenntnissen habe das Quartett den Zaun zum Bobbahn-Gelände überwunden. Während seine Freunde die Bahn hinunterfahren wollten, habe der vierte Hammer nach eigener Aussage versucht, sie davon abzuhalten, sagte Neulken. Drogen oder Alkohol waren nach Auskunft der Polizei nicht im Spiel.