Todesfall überschattet Silvesterlauf von Werl nach Soest

Eine Massenveranstaltung ist der Silvesterlauf von Werl nach Soest. 5500 Sportlern gingen 2011 an den Start. Foto: Thomas Nitsche/WP
Eine Massenveranstaltung ist der Silvesterlauf von Werl nach Soest. 5500 Sportlern gingen 2011 an den Start. Foto: Thomas Nitsche/WP
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Was wir bereits wissen
Sabrina Mockenhaupt verlieh dem 30. Silvesterlauf von Werl nach Soest internationalen Glanz. Während sie bei den Frauen triumphierte, gewann Dominik Fabianowski bei den Herren. Überschattet wurde die Traditionsveranstaltung vom Tod eines 45-jährigen Soesters.

Soest.. Ein Interview noch, das x-te Foto mit einem der zigtausend Hobbyläufer – dann verschwand Sabrina Mockenhaupt fröhlich lachend vom Soester Marktplatz. Um ihren Hals baumelte ein goldener Kranz, in der Hand hielt sie den Pokal für ihren Sieg beim 30. Silvesterlauf von Werl nach Soest über 15 Kilometer.

Mockenhaupt der Star

Sabrina Mockenhaupt startet - wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht am Silvestertag in der Soester Börde. Ausgerechnet die Jubiläumsausgabe dieses karikativen Laufes wurde durch die Teilnahme der 31-jährigen, im Marathon bereits für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifizierten Siegerländerin geadelt. „Ich habe vor zwei Tagen in Willingen im Bett gelegen“, erklärte „Mocki“ später, „und gedacht: Mist, hier ist gar kein richtiger Schnee.“

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Spontan am Start

Denn eigentlich standen auf dem Programm der schnellsten Deutschen über 5000 und 10000 Meter für den Jahreswechsel ein paar Tage Ski-Langlauf. Weil jedoch der Untergrund fehlte, entschied sich Sabrina Mockenhaupt spontan für den Start beim Silvesterlauf von Werl nach Soest.

Eine echte Auszeichnung für das Rennen über die Bundesstraße 1, zu dem sich so gut wie nie Spitzensportler verirren, weil es weder Start- noch Siegprämien gibt. „Ich habe sogar Startgeld bezahlt“, sagte auch Mockenhaupt grinsend und ergänzte: „Es ist ja für einen guten Zweck.“ Diesmal kommt der komplette Erlös der Caritas Werl, der DLRG Soest und dem Soester Walpurgishaus zu Gute.

Heike Bienstein ohne Chance

„Heute wollte ich nur gewinnen, die Zeit war mir egal“, erzählte Sabrina Mockenhaupt noch. Und dieses Vorhaben setzte sie äußerst souverän in die Tat um. In 53:37 Minuten gewann die Läuferin der LG Sieg vor Heike Bienstein aus Oeventrop (57:29), die immerhin die vergangenen vier Silvesterläufe in Serie für sich entschieden hatte. „Als ich Sabrina am Start gesehen habe, war mir klar: Das wird heute nichts mit dem fünften Sieg in Folge“, sagte Bienstein später, „Sabrina läuft in einer anderen Liga.“

Im Trubel um die deutsche Vorzeigeläuferin ging im Ziel sogar der Sieg von Dominik Fabianowski (Troisdorf/Siegburg) bei den Männern ein wenig unter. In 47:50 Minuten setzte er sich hauchdünn vor Jörg Heiner (SG Wenden; 47:51) durch. Simon Dahl (TV Refrath; 49:21) belegte mit einigem Abstand Platz drei.

Insgesamt machten sich gut 5500 Läufer, Walker, Inliner und Wanderer auf den Weg von Werl nach Soest oder absolvierten die 5-Kilometer-Distanz von Ampen nach Soest. Hier siegten Leif Gunkel (SC Fretter; 15:53 Minuten) und Annika Holtmann (LG Hamm; 21:41).

45-jähriger Soester bricht am Ortsteingang zusammen

Überschattet wurde der 30. Silvesterlauf allerdings durch den Tod eines 45-jährigen Soesters. Dieser brach kurz vor dem Soester Ortseingang mit Herz-Kreislauf-Versagen zusammen und fiel auf den Kopf.

„Der Notarzt war innerhalb einer Minute vor Ort, konnte ihn reanimieren und ins nahegelegene Klinikum Soest bringen“, sagte am späten Abend ein tief bewegter Organisator Ingo Schaffranka. „Allerdings verstarb der junge Mann dort.“ 1999 verstarben innerhalb weniger Minuten zwei Läufer auf der Strecke. „So etwas kann leider immer mal wieder passieren“, sagte Schaffranka.