"taz"-Chefredakteurin Ines Pohl geht zur Deutschen Welle

Nach sechs Jahren verlässt "taz"-Chefredakteurin Ines Pohl das Blatt und wechselt als Washington-Korrespondentin zur Deutschen Welle (DW). Das teilten der Sender und die Zeitung am Freitag in Bonn mit. "Nach sechs Jahren als taz-Chefin wird es Zeit für etwas Neues und ich freue mich sehr, wieder als Korrespondentin zu arbeiten", sagte Pohl laut Mitteilung.

Bonn/Berlin.. Die 48-Jährige stand seit 2009 an der Spitze der bundesweiten "tageszeitung" ("taz"), seit gut einem Jahr zusammen mit Co-Chefredakteur Andreas Rüttenauer. Ihre neue Stelle in Washington soll sie Ende 2015 antreten.

Der fünfköpfige "taz"-Vorstand, der nach Redaktionsstatut für Angelegenheiten der Chefredaktion zuständig ist, sei über den Schritt informiert gewesen und werde seiner Verantwortung nachkommen, erklärte die "taz". Mit Rüttenauer gebe es eine handlungsfähige Chefredaktion.

In Pohls Zeit habe die "taz" eine solide wirtschaftliche Basis bekommen, sagte Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben. Er gehe davon aus, dass es auch in Zukunft eine Doppelspitze mit einem Mann und einer Frau geben werde. "Alles andere wäre "taz"-unüblich."

Die 1979 als selbstverwaltetes Kollektiv gegründete "taz" hat eine Auflage von rund 53 000 Exemplaren mit 241 000 Lesern pro Ausgabe. Insgesamt sind 250 Mitarbeiter beim Blatt beschäftigt. Die Zeitung will in ein neues Gebäude in der Nähe der jetzigen Zentrale in Berlin-Kreuzberg ziehen. Das bisherige Verlagshaus in der Rudi-Dutschke-Straße soll in "taz"-Besitz bleiben und vermietet werden.