Studentenwerk Düsseldorf setzt Langzeitmieter vor die Tür
03.02.2012 | 19:47 Uhr 2012-02-03T19:47:01+0100
Düsseldorf. Das Studentenwerk schafft schon jetzt Platz für die doppelten Abiturjahrgänge 2013. Mindestens 1000 Studenten, die länger als drei Jahre in einer Wohnheimanlage wohnen, erhalten die Kündigung. Zuvor wurden die Verträge aus Kulanz auch über die Höchstmietdauer von sechs Semestern verlängert.
Mehr als 1000 Studenten an den Hochschulstandorten Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach müssen in den nächsten vier Monaten ihre Koffer packen. Das Studentenwerk Düsseldorf setzt alle Mieter vor die Tür, die länger als drei Jahre in den Wohnanlagen wohnen. Wie viele der insgesamt knapp 3300 Mieter genau betroffen sind, will Heinz-Walter Pfeiffer vom Studentenwerk Düsseldorf nicht sagen: „Ich schätze es sind rund ein Drittel unserer Mieter. Die genaue Zahl zu ermitteln, ist mir zu aufwendig“, sagt der Leiter der Abteilung Wohnen und Bauen. Den Aufwand, die betroffenen Studenten anzuschreiben, scheut das Studentenwerk Düsseldorf nicht.
Entsprechend werden laut Pfeiffer in den nächsten drei bis vier Monaten die Briefe mit der Auszugsaufforderung ins Haus flattern. Bleiben darf, wer einen triftigen Grund angeben kann – zum Beispiel, wer nachweist, dass er in einem laufenden Prüfungsverfahren steckt. Höchstens sechs Semester. Die Höchstmietdauer von sechs Semestern gilt für alle Mieter des Studentenwerks Düsseldorf. Dennoch hatte das Studentenwerk bei einer Verlängerung des Mietvertrages Kulanz walten lassen. „Bisher war die Situation ja auch entspannt“, sagt Pfeiffer zur Begründung. Momentan sind nicht alle Wohnheimplätze belegt, eine Warteliste gibt es laut Pfeiffer nicht.
Zum Wintersemester 2013 kommen die doppelten Abiturjahrgänge an die Universitäten
Spätestens zum Wintersemester 2013 könnte die Situation jedoch unentspannt werden, dann werden die doppelten Abiturjahrgänge an die Unis strömen. Für die schafft das Studentenwerk Düsseldorf nun Platz. Sascha Bohnen (Name geändert) hat bereits Post bekommen. Seinen richtigen Namen möchte der Student nicht sagen. Seit April 2008 wohnt er in der Düsseldorfer Wohnanlage Campus-Süd. Ausziehen will der 23-Jährige nicht: „Ich hoffe, dass ich eine Verlängerung um ein Semester kriege, da ich im April eine mündliche Prüfung habe“, sagt er. Sonst müsse er mitten im Prüfungsstress zurück zu seinen Eltern ziehen.
Studentenwerk Düsseldorf schafft 1000 neue Wohnheimplätze
Trotz des härteren Durchgreifens gegenüber Langzeitmietern hat Heinz-Walter Pfeiffer keine Angst vor den doppelten Abiturjahrgängen. „Ich sehe das ganz entspannt. Einen Wohnheimplatz suchen eh nur maximal 10 Prozent der Studenten“, sagt er. Derzeit lässt das Studentenwerk Düsseldorf neue Wohnheineinheiten bauen. Bis Oktober 2013 sollen in Düsseldorf 200 neue Wohnheimplätze fertig werden, in Mönchengladbach sollen 800 Wohneinheiten entstehen.

17:43
Da würde ich doch einfach einen freien Träger wählen, wie z.B. www.Hubertusapartments.de in Mönchengladbach, da gibt es diese Probleme gar nicht.
11:08
sind auch im Rhein-Sieg-Kreis knapp. Meine beiden Töchter ergatterten dort je einen Studienplatz, die eine in Bonn, die andere in Köln. Die Ältere in Bonn bekam ihn kurzfristig im Nachrückverfahren, zwischen Einschreibung und Studienbeginn lagen 5 Tage. Sie ist immer ein Glückskind gewesen, ihr gelang es innerhalb von 3 Tagen, mit einem Mädchen aus Holzminden eine nette Wohnung außerhalb Bonns zu mieten zum Preise von 850 € im Monat. Die Jüngere, die ihren Studienplatz in Köln schon Anfang September erhielt, suchte und suchte und suchte, sie wohnte zwischenzeitlich bei der Schwester auf dem Sofa. Nix zu kriegen, kein Platz im Studentenwohnheim, nix privates, nix. Inzwischen sind die drei Mädel mit der Vermieterin übereingekommen, dass sie eine Trockenwand ziehen konnten, so ein weiteres kleines Zimmer haben und zu dritt dort wohnen. Dadurch relativieren sich auch die Kosten für jede Einzelne. Und in Studienkreises hören sie, dass immer noch nicht alle untergekommen sind bzw. in grauseligen Verhältnissen wohnen oder endlos lange fahren, weil sie noch bei Mutti wohnen.
Wir finden, nach 3 Jahren Studentenwohnheim ist es keine Zumutung für die erfahrenen Semester, sich vor Ort nach einer weiteren Bleibe umzugucken. Die Erststudenten reisen meist von wer-weiß-wo an, sind nicht flexibel bei den Besichtigungen, vieles ist umgehend weg, weil schnell gehandelt werden muss.
Gebt den Neuen auch eine Chance !!
Das ist aber teuer.
20:36
Das Studentenwerk hat die Mietverträge doch von vornherein als Zeitmietverträge für max. 3 Jahre begrenzt. Also wird niemand vor die Tür gesetzt, sondern hier laufen lediglich Verträge aus. Das war als Pressemeldung wohl zu unspektakulär.
18:43
@7 Kontertor
Ich finde es gerecht, wenn die geltenden Regeln angewendet werden, somit haben auch Erstsemester eine Chance, nachzurücken. Was das mit höheren Beamten und ihren Töchtern zu tun hat, können wahrscheinlich nur Sie erklären. Ebenso, warum lt. Ihrer Aussage nur Arbeitersöhne ihre Wohnung räumen müssen. Wohl zu viel am Klassenkampf teilgenommen?
Erfahrene Bewohner des Studentenwohnheims haben doch viel bessere Möglichkeiten und mindestens 3 Jahre Zeit, sich eine adäquate Bleibe zu suchen. Erstsemester kommen teilweise von weit her, sind in der Regel ortsunkundig und haben aufgrund kurzfristiger Studienplatzvergabe oft auch keine Zeit zur Wohnungssuche. Da ist die Unterstützung doch wesentlich sinnvoller und meiner Meinung nach auch sozial gerecht.
18:31
3 Jahre = Langzeitmieter und 4 Jahre = Langzeitstudent oder wie?
15:36
...ist noch das harmloseste Adjektiv, das mir einfällt. Dem Herrn Pfeiffer vom "Studenten"werk sind die Konsequenzen für den Studenabschluß seiner Mieter völlig egal. Einige davon müssen halt arbeiten, um sich zu finanzieren, dann dauert das Studium natürlich etwas länger als die "Regel"Studiendauer, die mit der "Realen"Studiendauer nie zusammenfällt. Wahrscheinlich haben einige höhere Beamten beim Pfeiffer schon den Bedarf für Ihre Töchterchen angemeldet, die im Doppeljahrgang Ihr Abitur machen werden. Also, raus mit den Arbeitersöhnen!
Mir gefällt, wie sie direkt noch einen geschlechterbezogenen Seitenhieb verteilen. Vielleicht könnte man dort noch fachbezogene Kritik einbauen, sowas wie:"...Töchterchen, die franz. Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts studieren, also raus mit den Arbeitersöhnen, die [irgendwas Ingenieurmäßiges] studieren. Das wär Klasse.
14:27
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13:08
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12:03
Na, dann muessen die Studentinnen halt BungaBunga machen,
wie in Italien.
10:57
Wie lächerlich ist es denn Mietverträge nach der Dauer der Regelstudienzeit einzuführen oder zu kündigen? Geht es noch?
Wie sieht es denn aus neuen Wohnraum zu schaffen oder hat die Stadt Düsseldorf kein Geld mehr für Bidlung, sondern nur noch für Leerstand?