Stalker: Prozess wegen versuchten Mordes

Weil seine Angebetete nichts von ihm wissen wollte, soll ein 51-jähriger Mann aus Borken heimtückisch Rache genommen haben. Jetzt steht er vor Gericht. Laut Anklage drehte er im Dezember 2014 in der Garage der Ärztin eine volle Gasflasche auf und nahm damit in Kauf, dass das Gas-Luft-Gemisch beim nächsten Öffnen des Tores explodieren würde. Zum Auftakt des Prozesses wegen versuchten Mordes äußerte sich der Angeklagte am Freitag zu dem Vorwurf nicht. Nur zu seinem bisherigen Lebensweg gab er den Richtern Auskunft.

Münster.. Der 51-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist der direkte Hofnachbar der Ärztin. Seit langem verrichtete er schon auf dem Anwesen der alleinstehenden Frau Hilfsarbeiten. Knapp 400 Euro pro Monat habe er sich damit hinzuverdient, sagte er den Richtern.

Als die Haushälterin der Medizinerin am Morgen des 1. Dezember das Garagentor öffnete, wehte ihr sofort penetranter Gasgeruch entgegen - aber die explosive Mischung zündete nicht. Die Frau alarmierte die Polizei. Wie einer der Beamten als Zeuge erklärte, hatte die Ärztin in ihrer Befragung den Namen des Angeklagten ihres Nachbarn gar nicht sagen wollen: Er sei "doch immer so nett und hilfsbereit".

Als später jedoch DNA-Spuren des 51-Jährigen an einem Brief sichergestellt wurden, den die Ärztin einige Zeit zuvor erhalten hatte, erhärtete sich für die Polizei der Verdacht. Inzwischen geht auch die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte nicht nur für den Mordanschlag, sondern auch für eine Reihe weiterer Nachstellungs-Taten verantwortlich ist, die die Medizinerin in Angst und Sorge versetzten. Einmal soll er die Pferde der Frau nachts in den Hühnerstall geführt, ein weiteres Mal schwere Tische und Tonnen verrückt haben. Angebliches Motiv auch hier: verschmähte Liebe. In dem Briefumschlag mit den DNA-Spuren steckten übrigens drei Kondome.