Solarmodule als Diebesbeute

An Rhein und Ruhr..  Die Energiewende lockt auch die Schattenwelt an. Solaranlagen haben sich zu einer begehrten Beute von kundigen Dieben entwickelt. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt zählte in den Jahren 2011 bis 2014 insgesamt 240 Fälle mit einer Gesamtschadenssumme von rund 3,65 Mio Euro, wie eine Sprecherin gestern auf NRZ-Nachfrage mitteilte. Kein Massenphänomen zwar, für die betroffenen Anlagenbesitzer aber dennoch sehr ärgerlich.

Mal haben es die Täter auf die Solarmodule abgesehen, mal auf die sogenannten „Wechselrichter“ – kleine Geräte, die Gleichspannung in die vom Verbraucher benötigte Wechselspannung umwandeln. Die Kriminellen kommen in der Regel nachts. Als besonders gefährdet gelten Anlagen auf einsamen Gehöften und landwirtschaftlichen Ställen. Mit wenigen Handgriffen werden Teile ausgebaut und tauchen dann später im osteuropäischen Ausland wieder auf oder werden hierzulande übers Internet wieder angeboten.

Beim Landesverband für erneuerbare Energien verweist man darauf, dass die Zahl der Diebstähle in Relation gesehen werden müsse mit der Zahl der installierten Photovoltaik-Anlagen – laut Energieagentur NRW sind das mittlerweile 220 000 (Gesamtleistung: 4100 Megawattpeak). Bundesweit arbeiten etwa 1,5 Mio Anlagen und sind für 6 % der Bruttostromerzeugung verantwortlich.

Kameras und GPS-Chips

Vom Bundesverband für erneuerbare Energien gibt es Ratschläge, wie Besitzer Anlagen sichern können. Zum einen gibt es mechanische Lösungen, die an den Schraubenköpfen der Module ansetzen – Schraubenköpfe etwa, die mit einer Kugel versiegelt sind oder Schraubenköpfe, die bei Manipulationsversuchen abreißen. Betreiber größerer Solarparks setzen zudem oft auf Überwachungskameras oder GPS-Chips, um Diebe abzuschrecken oder überführen zu können. Auch möglich: Man kann auf die Module Nummern ätzen lassen, die schwer zu entfernen sind und einen Diebstahl damit nachvollziehbar machen. Zusätzlich können Photovoltaik-Anlagenbesitzer eine Diebstahlversicherung („Solarversicherung“) abschließen. Wie bei jeder anderen Versicherung auch müsse da aber der finanzielle Aufwand mit der Diebstahl-Wahrscheinlichkeit abgewogen werden, heißt es.