Skelettierte Babyleichen in Lünen - Mutter steht vor Gericht

Der Abend des 11. Oktobers 2012 in Lünen: Abfall aus der Wohnung wird von Kriminaltechnikern in Container geworfen. Zuvor war die zweite skelettierte Babyleiche gefunden worden.
Der Abend des 11. Oktobers 2012 in Lünen: Abfall aus der Wohnung wird von Kriminaltechnikern in Container geworfen. Zuvor war die zweite skelettierte Babyleiche gefunden worden.
Foto: Videonews24de
Was wir bereits wissen
Der grausame Fund zweier skelettierter Babyleichen in einer Wohnung in der nördlichen Innenstadt erschütterte im Oktober 2012 Lünen und machte auch landesweit Schlagzeilen. Am Mittwoch, gut zwei Jahre danach, beginnt der Prozess gegen die 32-jährige Mutter.

Lünen.. Nun muss sich eine Mutter aus Lünen vor Gericht verantworten. im Oktober 2012 waren zwei skelettierte Babyleichen in ihrer Wohnung gefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund wirft der damals alleinerziehenden Mutter vor, "ihre Kinder in einer hilflosen Lage im Stich gelassen zu haben, obwohl für diese Fürsorgepflicht bestanden hat" (§ 221 Strafgesetzbuch). Zudem umfasst die Anklage den Tatvorwurf der Körperverletzung. Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zehn Jahren sieht das Gesetz dafür vor. Ob es letztendlich zur Verurteilung kommt, wird sich womöglich schon am Mittwoch zeigen - zunächst ist nur ein Verhandlungstag anberaumt.

Die Vorgeschichte:

Ende August 2014 hatte das Amtsgericht das Hauptverfahren eröffnet. Vorausgegangen waren in gut zwei Jahren zahlreiche Gutachten. Im November 2013 - ein Jahr nach dem Fund - hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Gerne, hieß es damals in Dortmund, wäre man schon eher aktiv geworden, habe aber auf Gutachten warten müssen. Die wanderten dann zum Amtsgericht in Lünen. Dort wurde nach einem weiteren Gutachten entschieden, dass verhandelt wird.

Grausamer Fund - Jugendamt ahnungslos

Am 4. Oktober 2012 war nach einem Brand in einer offensichtlich völlig vermüllten Wohnung in der nördlichen Innenstadt die erste Babyleiche entdeckt worden - am 11. Oktober, als die Müllberge sich lichteten, folgte der zweite schreckliche Fund. Das erste Kind war, als seine Leiche entdeckt wurde, schon etwa eineinhalb Jahre tot und starb im Alter von sechs Monaten. Das zweite Baby war ein halbes Jahr vor dem Fund gestorben - es wurde nur vier Wochen alt. Die Mutter erklärte damals, sie habe die Kinder heimlich zur Welt gebracht - offiziell gab es sie gar nicht: Sie waren nicht beim Standesamt gemeldet. Auch das Jugendamt der Stadt hatte erklärt, es wisse von nichts.