Sinkende Fahrgastzahlen bedrohen Finanzierung des ÖPNV in NRW
22.02.2012 | 06:25 Uhr 2012-02-22T06:25:00+0100
Düsseldorf. Der demografische Wandel bedroht die Finanzierung des Öffentlichen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Vor allem sinkende Schülerzahlen in den ländlichen Gebieten bringen das ÖPNV-System in NRW in Gefahr. Die Schülerbeförderung finanziert in der Fläche den ganztägigen Linienverkehr.
Bevölkerungsrückgang, Alterung der Gesellschaft und eine zunehmende Stadt-Land-Schieflage bei den Einwohnerzahlen, der demografische Wandel macht auch dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Die Landesregierung befürchtet vor allem bei der Finanzierung des Bus- und Bahnbetriebs folgenreiche Verschiebungen. Das Hauptproblem: Speziell in den ländlichen Regionen gehen die Schülerzahlen teils drastisch zurück. Die Schülerbeförderung finanziert aber in der Fläche den ganztägigen Linienverkehr.
Konkret rechnet das Landesamt für Statistik für den Kreis Kleve bis 2019 mit einem Rückgang der Schülerzahlen um 20,3 Prozent, für den Kreis Wesel sogar um 21,4 Prozent. „Unternehmen wir nichts, ist eine Einschränkung des Linienverkehrs unvermeidlich“, sagt Volker Wente, Geschäftsführer des Landesverbandes der deutschen Verkehrsunternehmen VDV.
Schülerzahlen sinken in den Städten geringer als in ländlichen Gebieten
Besser sieht es in den Städten aus: Für Düsseldorf rechnen die Statistiker mit steigenden Schülerzahlen (plus 9,1 Prozent). Essen (minus 7,7), Mülheim (minus 11,8) Duisburg (minus 12,9) und Oberhausen (minus 14,6) haben nicht ganz so hohe Einbußen wie die Landkreise.
„Die Beförderungszahlen im Ausbildungsverkehr nehmen ab, dafür wächst das Mobilitätsbedürfnis älterer Menschen . Wir brauchen ein tragfähiges Zukunftskonzept für den ÖPNV“, sagte NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger (SPD).
Der ÖPNV in NRW wird jährlich mit rund 1,5 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln gefördert
Ein Gutachten des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), auf das sich die Landesregierung stützt, rechnet mit einer Steigerung allein der Betriebskosten bis 2015 um rund 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. Hinzu kommt ein erheblicher Investitionsstau bei der Erhaltung von Fahrwegen, Straßenbahnschienen und U-Bahnhöfen. Der NRW-Nahverkehr wird schon heute mit rund 1,5 Milliarden Euro jährlich an öffentlichen Mitteln gefördert.
Das NRW-Verkehrsministerium hat eine 18-köpfige Expertenkommission berufen, die heute ihre Arbeit aufnimmt und bis zum nächsten Jahr Wege aus dem Finanzdilemma des ÖPNV finden soll.

17:57
Es ist schwierig sich in der Frage zu positionieren... Ich wurde nur 20€ ausgeben wollen - MAXIMUM!
16:01
@53
Der VRR Zweckverband hat ja schon das Ausschreibungstempo erhöht (siehe Streit um die Kündigung des DB-Verkehrsvertrags) ... das geht aber auch nur begrenzt: schreibt man zuviele Strecken auf einmal aus, sinkt die Ausschreibungsbeteiligung der der Privatbahnen - zuletzt so geschehen bei der Ausschreibung für die Berliner S-Bahn-Strecken . weil die Privatanbieter natürlich darauf angewiesen sind, dass sie pünktlich zum Betriebsbeginn auch entsprechend Züge geliefert bekommen und genug Personal haben.
@56
Vielleicht sollten grundsätzlich günstigere Preise auch das politische Ziel sein - im Moment verzetteln sich auch jenseits des VRR viele Tarifgemeinschaften in einer Rabattschlacht um besondere Nutzergruppen, während der Normalnutzer, der sich vielleicht auch den Umstieg aufs Auto leisten könnte, überdurchschnittlich gemolken wird.
Die Denkweise vieler OBs, die vor ihrem geistigen Auge den jeweiligen Verkehrsbetrieb in der Zuständigkeit des Sozialdezernenten ansiedeln, ist fatal.
19:05
angemessene Preise sorgen umgehend für Fahrgäste. Aber ein "Sozialticket" für deutlich über 30,- € in Dortmund z.B. ist schlicht ein Witz.
*agree*!
17:25
Heute Vormittag:
Der Bus mit dem ich heute fahren mußte, hatte satte 20 Minuten Verspätung.Und das nicht zum ersten Mal. Auf die (höfliche) Frage, beim Fahrer, warum es denn so lange gedauert hat kam die Antwort:
"Weiß ich auch nicht und ist mir auch egal.". An der nächsten Haltestelle wurde trotz Haltewunsch durchgefahren, so dass Schulkinder, die nach Hause wollten, eine Haltestelle später aussteigen mußten und zurücklaufen mußten. Lautes Rufen, es wollte doch jemand aussteigen wurde ignoriert. Naja, so kann man die Verspätung auch wettmachen.
Ich denke das Motto im öffentlichen Nahverkehr lautet: Der Kunde ist König, aber nicht bei uns...
14:59
Na, wenn die Betriebskosten von 2007 bis 2015 voraussichtlich um 20 % steigen, habe ich ja meinen Anteil schon geleistet:
Mein Ticket ist von 2007 bis 2012 um 24 % teurer geworden bei verminderten Leistungen.
00:09
Vielleicht sollte der VRR mal die gleichen Preise pro Personenkilometer zahlen wie in Bayern und nicht die Horrerpreise der Bahn durchwinken. über 50% des Gewinns von DB Regio erwirtschaftet die Bahn in NRW und 50% des Gewinnes des DB Konzerns stammen von DB Regio ( alle Länder ).
Würden diese ca. 800 Mill. also 400 Mill. in NRW bleiben würden sich die Kosten schon um einiges senken.
Zudem die ganzen Nahverkehrsunternehmen betreiben Linien wie Kirchtumprojekte.
Schnellbuslinien fahren im ZickZack Kurs durch die Landschaft, Züge und Busse werden oft NICHT nach Bedarf bestellt sondern um politische Wünsche zu realisieren. Da muss ein Schnellbus am Krankenhaus halten, obwohl eine andere Linie dort auch hällt, Bushaltestellen alle 800 Meter oder Luftlinie 50 Meter neben dem ZOB !!
ÖNPV wird nie Gewinne erwirtschaften, aber Hauptsache die VRR hat ein Bärenticket, ca. 65€ inkl. 1. Klasse Preisstufe D ( unter 65J = ca.190€ )
Wie viel Geld landet im Radwege/Straßenbau ?
20:54
Wer den VRR mit der BVG in Berlin vergleicht, hat grundsätzlich nicht verstanden. Die BVG ist nämlich gar kein Verkehrsverbund sondern nur ein Betrieb im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Und Überraschung: abgesehen von kleinen Überlappungen endet das Verkehrsgebiet ebenfalls an der Stadtgrenze.
Ach ja: und durch die Lebenslüge RVR in seinen heutigen Grenzen wird ein Berliner Standard auch verhindert, weil ein dichter Takt von Alpen bis Breckerfeld gar nicht finanzierbar ist - der RVR hat nur ein Drittel der Bevölkerungsdichte Berlins!
Ein Märchen, das hier leider nicht ausstirbt, ist, dass die Verkehrsunternehmen privatisiert sind - das ist insofern unwahr, als die Aufgabenträgerebene selbstverständlich weiterhin städtisch ist. Und das heißt, der Fahrkartenverkauf und die Betriebskosten (entweder durch eigene Fahrzeuge und Fahrer oder durch einen günstigeren privaten Subunternehmer) sind nach wie vor städtisch! Und da fallen in der Regel die massiven Verluste an.
17:39
Schlechter Service, noch miser sind Verkehrsverknüpfungen unter den Städten und immer mehr das Gefühl zu haben das Sicherheit für Reisende ab einer gewissen Uhrzeit beim betreten von Haltepunkten und Zügen fast Null ist macht den ÖPNV bei vielen Menschen unbeliebt. Würden diese Mißstände dauerhaft behoben wäre der heutige Fahrpreis durchaus angemessen . Doch wer bezahlt schon gern schlechte Leistungen wie sie heute geboten werden.
15:13
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15:12
Das betreiben eines öffentlichen Personen Nah Verkehr wird von Rechts wegen sehr unterschiedlich bewertet.
Angeblich ist ja jeder vor dem Gesetz gleich!
Wenn ich öffendlich Personennahverkehr betreibe, mache ich mich strafbar wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.
Wenn die öffentliche Hand -Stätdte und Gemeinden- dasselbe tun, gehen sie straffrei aus, Diese Ungleichheit ist ein Unding, das abgeschafft gehört.
Denn ein Ärgernis bleibt ein Ärgernis - egal wer es verursacht!!