SEK-Skandal: Anwältin greift Polizeipräsidenten an

Im Fall der Schikane-Vorwürfe gegen Beamte eines Kölner Spezialeinsatzkommandos (SEK) hat die Anwältin eines Beschuldigten nun Vorwürfe gegen den Polizeipräsidenten erhoben. Wolfgang Albers habe die verdächtigten Beamten der Elite-Einheit öffentlich in Erklärungen an den Pranger gestellt, kritisierte Strafverteidigerin Gabriele Jansen mehreren Medienberichten zufolge. Im Internet habe er die Beamten in einem polizeiinternen Netzwerk sogar als "Täter" bezeichnet und damit vorverurteilt. Albers habe seine Fürsorge- und Schweigepflicht verletzt. Eine Polizeisprecherin wies die Vorwürfe am Dienstag auf dpa-Anfrage entschieden zurück.

Köln.. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere SEK-Beamte wegen Mobbings, Nötigung und Körperverletzung im Amt. Sie sollen einen jungen Kollegen tagelang schikaniert haben. Außerdem sollen Beamte derselben Einheit Hubschrauber für spektakuläre Privatfotos benutzt haben. Albers hatten gegen elf Kölner SEK-Beamte und einen bereits versetzten früheren Kollegen Disziplinarverfahren eingeleitet.