Schützenwesen vorerst kein Weltkulturerbe

Werl..  Er hatte im Sommer 2014 „nur“ den Schützenvogel abgeschossen. Nichts Besonderes in einem Dorf – wäre da nicht Mithat Gediks Glaube gewesen. Der Schützenkönig von Werl-Sönnern ist Moslem. Eigentlich dürfen nur Christen Mitglied in einem Schützenverein sein. Nach langem Streit ­gewährte der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) eine „Ausnahme“: Der Regent durfte sein Amt behalten, jedoch nicht auf Bezirksebene aktiv werden.

Eine Entscheidung, die die Deutsche Unesco-Kommission offenbar nicht nachvollziehen kann. Ohne ihn namentlich zu er­wähnen, nimmt das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe den Fall des Königs von Sönnern auf – und stellt die Bewerbung der Schützen auf Aufnahme vorerst zurück. BHDS-Sprecher Rolf F. Nieborg ist sauer: „Die haben nicht verstanden, dass wir seit mehr als 800 Jahren christliche Werte vertreten. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern.“ Über Tonfall und „fast schon rassistischen Stil des Schreibens“ habe man sich geärgert und dies brieflich kundgetan. „Die Toleranz, die sie von uns ­fordern, erwarten wir auch von ­ihnen.“