Schüsse auf Abgeordnetenbüro

Dortmund/Düsseldorf..  Den Begriff „Anschlag“ mag die Polizei gestern noch nicht in den Mund nehmen. Doch vieles spricht dafür, dass die Sachbeschädigung am Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Birgit Rydlewski, Hanns-Jörg Rohwedder und Torsten Sommer von der Piratenpartei in Dortmund keine gewöhnliche war. Nach ersten Erkenntnissen durchschlugen in der Nacht zuvor zwei Projektile die Frontscheibe der Piraten-Geschäftsstelle unweit der B1.

Auf Anfrage bestätigte die Dortmunder Polizei den Vorgang. Man habe eine Metallkugel gefunden. Der Staatsschutz sei eingeschaltet. Das Innenministerium wurde über den Vorfall informiert. Zu den Hintergründen könne man noch nichts sagen. Aber es existiere eine E-Mail an mehrere Institutionen und Personen in Dortmund, die in diesem Zusammenhang untersucht werde. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um eine Art Morddrohung an Vertreter von Politik und Presse, die der Absender „zum Herrgott deportieren“ wolle. Von einer letzten Warnung ist die Rede. „Ab heute wird zurückgeschossen“, so die braune Drohung.

Im Jahr 2012 verboten

Die Piraten-Abgeordneten vermuten hinter der Attacke Anhänger der früheren rechtsextremistischen Vereinigung Nationaler Widerstand Dortmund (NWDO), die 2012 von Innenminister Jäger (SPD) verboten wurde. Teile der Kameradschaft gingen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes in der Partei „Die Rechte“ auf, die seit der Kommunalwahl 2014 einen Sitz im Dortmunder Rat hat. „Ein feiger Anschlag, verübt im Schutze der Nacht von Rechtsradikalen aus Kreisen des verbotenen NWDO, wird uns nicht von unserer erfolgreichen Arbeit abhalten“, erklärte Rydlewski.