Schönschrift oder Druckschrift?

An Rhein und Ruhr..  Der Lehrplan des Faches Deutsch überlässt es den Lehrern an NRW-Schulen schon seit Längerem, den Kindern neben den „verbundenen Schreibschriften“ die umstrittene „Grundschrift“ beizubringen, die vornehmlich aus Druckbuchstaben besteht. Die Befürworter dieser Schrift glauben, dass sie für alle Kinder leichter zu lernen ist, auch für leistungsschwache.

Aus dieser Schrift heraus, die unten an den Buchstaben kleine Bögen hat, sollen die Kinder später dann ihre eigene, „gut lesbare“, verbundene Handschrift entwickeln – oder es eben auch lassen.

Für diese Grundschrift, die den Bewahrern der Schreibschrift ein Dorn im Auge ist, gibt es aus Sicht mancher Praktiker gute Gründe: „Ich habe im Deutschunterricht, auch dem meiner Kolleginnen, festgestellt, dass das fein säuberliche Schönschreiben, möglichst noch verziert mit gemalten Blümchen im Heft, vor allem ein Ding der Mädchen war“, schildert eine Lehrerin aus der Region. Die eher grobmotorigen Jungen hätten seit jeher das Nachsehen gehabt und seien entsprechend benotet worden. Und: „Für schwache Schüler ist das Erlernen einer verschnörkelten Schönschrift geradezu eine Qual!“ In manchen Ländern gebe es außerdem gar keine verbundene Schreibschrift: „Türken zum Beispiel können rasend schnell in Druckbuchstaben schreiben!“

Wenn man schreiben könne, sei es doch egal, „ob man sich heutzutage eine Adresse in Druckschrift oder Schönschrift aufschreibt“.