Schmerzensgeld für zweifachen Sturz im Bus

Duisburg..  Dass Fahrgäste, die in einer Bahn oder einem Bus stürzen, mit einer Schadenersatzklage Erfolg haben, kommt selten vor. Nicht umsonst mahnen Schilder in den Fahrzeugen des Öffentlichen Personennahverkehrs dazu, sich einen festen Halt zu suchen.

Ein 74-jähriger Rentner bekommt nun trotzdem 200 Euro Schmerzensgeld. Er hatte geklagt, weil er innerhalb von fünf Tagen gleich zweimal in einem Bus der Duisburger Verkehrsbetriebe (DVG) vom Sitz rutschte.

In erster Instanz war die Klage des Mannes, der für sein doppeltes Pech 750 Euro Schmerzensgeld gefordert hatte, abgewiesen worden. Der Rentner zog in die Berufung und pochte darauf, dass er bei zwei Vorfällen am 23. und 28. Oktober wegen der Fahrweise der Männer am Steuer schmerzhaft gestürzt sei.

Beim ersten Mal, weil der Fahrer zu ruckhaft angefahren sei, beim zweiten Mal, weil der Bus eine Kurve zu schnell nahm, wodurch der Fahrgast erneut von einem Klappsitz gerutscht sei. Den hatte der Rentner benutzt, weil er mit einem Rollator unterwegs war.

Parteien schlossen einen Vergleich

Für den ersten Sturz gab es keinerlei Beweise. Anders sah das mit dem zweiten Vorfall aus. Die Richter der Berufungskammer des Landgerichts deuteten an, dass das Argument der missachteten Festhaltpflicht in diesem Fall möglicherweise nicht ziehen könnte: Auf dem Klappsitz gab es keine Möglichkeit, sich einen zusätzlichen Halt zu suchen.

Die Parteien schlossen daraufhin einen Vergleich, mit dem das Verkehrsunternehmen nun freiwillig 200 Euro zahlt.