Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Region

Schlosspark Theater will Spielzeit als Dirk Bach-Hommage fortsetzen

04.10.2012 | 10:36 Uhr

Schlosspark Theater-Intendant Dieter Hallervorden will das mit Dirk Bach geplante Stück "Der Kleine König Dezember" als Hommage an den verstorbenen Schauspieler fortsetzen. Er hoffe, dass sich ein Kollege aus dem Freundeskreis des Schauspielers bereit erkläre, die Rolle Bachs zu übernehmen, sagte Hallervorden am Donnerstag in Berlin.

Berlin (dapd-nrw). Schlosspark Theater-Intendant Dieter Hallervorden will das mit Dirk Bach geplante Stück "Der Kleine König Dezember" als Hommage an den verstorbenen Schauspieler fortsetzen. Er hoffe, dass sich ein Kollege aus dem Freundeskreis des Schauspielers bereit erkläre, die Rolle Bachs zu übernehmen, sagte Hallervorden am Donnerstag in Berlin. Auf diese Weise könne der 51-Jährige geehrt und das Stück in seinem Sinne aufgeführt werden.

Überstürzen will Hallervorden die Neubesetzung aber nicht. Konkret angesprochen werde zunächst niemand, sagte der Intendant. Er hoffe, dass ein Freund oder Kollege Bachs von sich aus an das Haus herantrete. "Ich glaube, dass wir mit seiner Zustimmung handeln." Regisseur Lorenz Christian Köhler sagte, es falle nicht leicht, das Projekt ohne Bach zu einem Ende zu bringen. Aber: "Wir wollen es trotzdem versuchen, das hätte Dirk auch so gewollt."

Das Zwei-Personen-Stück "Der Kleine König Dezember" sollte am Samstag im Berliner Schlosspark Theater Premiere feiern. Die ersten Vorstellungen fallen aus, Karten ab Mitte Oktober sind aber noch erhältlich.

Sollte sich bis dahin kein Nachfolger Bachs gefunden haben, sieht Hallervorden die Existenz des kleinen Theaters im Berliner Stadtteil Steglitz bedroht. Trotz der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre wäre es ein "Genickbruch", sollten auch diese Aufführungen nicht stattfinden. "Es ist eine sehr ernste Situation für das Theater", sagte Hallervorden weiter.

Keine Anzeichen für Beschwerden Bachs

Hallervorden würdigte Bach zudem als grandiosen und facettenreichen Schauspieler. Aus seiner Sicht stand der 51-Jährige "seit langem im Zenit deutschsprachiger Unterhaltung". Regisseur Köhler nannte ihn "ein großes und weises Kind". Anzeichen für eine Überlastung oder Beschwerden des Schauspielers konnten aber weder er noch andere Mitarbeiters des Theaters ausmachen. Hätte es ernsthafte Anzeichen gegeben, "dann hätten wir reagiert", sagte Köhler.

Schauspieler Matthias Freihof, der mit Bach das Stück ab Samstag auf die Bühne bringen sollte, zeigte sich noch immer fassungslos über den Tod seines Kollegen. Die Proben seien normal verlaufen, sagte er. Natürlich seien sie kurz vor der Premiere anstrengend gewesen, das sei am Theater aber nichts Außergewöhnliches. Bach und er seien nach den Proben "kaputt, aber sehr beglückt" nach Hause gegangen. Nichts habe darauf hingedeutet, "dass man sich ernsthaft Sorgen machen müsste", sagte Freihof.

Der beliebte Schauspieler Bach war zu Wochenbeginn leblos in einem Appartement gefunden worden. Einem Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft zufolge starb er "wahrscheinlich an Herzversagen". Eine öffentliche Trauerfeier will Bachs Familie nicht. Ab Montag sollen Kondolenzbücher in einem Kölner Bestattungsinstitut ausliegen.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

 
Aus dem Ressort
Verärgerter Pensionär blitzt Raser mit eigener Radarpistole
Raser
Bernd Bracht ist sauer: Der pensionierte Postangestellte wohnt an der Dellwiger Straße in Essen — und dort rasen die Autos trotz Tempolimits, sagt er. Jetzt griff er kurzerhand zur Selbstjustiz. Mit einer Radarpistole blitzte er Autos und schickte sein "Beweismaterial" zur Polizei.
OVG Münster hält Bau der CO-Pipeline für verfassungswidrig
CO-Pipeline
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die endgültige Entscheidung über die umstrittene CO-Pipeline ans Bundesverfassungsgericht weitergegeben. Die Münsteraner Richter sehen in dem 2006 vom Landtag verabschiedeten Rohrleitungsgesetz einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Eigentum.
Metalldiebe reißen Gasleitung ab - Explosionsgefahr
Gefahr
In einem leerstehenden Dortmunder Mehrfamilienhaus haben Unbekannte am Donnerstag Kupferleitungen aus dem Keller aus den Wänden gerissen — doch die Gasleitung war noch offen. Die Feuerwehr rückte aus und stellte in dem Keller ein explosives Gemisch fest. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.
Schwarzarbeiter pinseln aus Wut Räume schwarz
Justiz
Eine Frau aus Ennepetal wollte ihrer Wohnung einen frischen Anstrich verleihen und heuerte zu diesem Zweck für 150 Euro zwei Schwarzarbeiter an. Weil ihr die Arbeit des Duos nicht gefiel, hielt sie einen Teil des Lohns ein. Die Männer reagierten erbost und pinselten ihre Räume schwarz an.
Warum der NRW-Finanzminister über Käsekuchen informiert
Posse
Protest gegen eine Sparpolitik, die er Käse findet: Der Personalrat des Finanzministeriums spendierte allen Mitarbeitern ein Stück Käsekuchen. Die Landesregierung wurde nun gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Ihre Antwort zeigt, wie schwer es auch Ministern manchmal fällt, ernst zu bleiben.