Schlechtere Entschädigung für Passagiere

Berlin..  Flugreisende müssen damit rechnen, dass sie bei Verspätungen und Flugausfällen künftig schlechter entschädigt werden als bisher: Auch mit einem neuen, überarbeiteten EU-Vorschlag zur Reform der Passagierrechte drohen massive Einschnitte der Verbraucherrechte. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Gutachten im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, die der NRZ vorliegen. Danach würden rund 70 Prozent der heute Anspruchsberechtigten künftig gar keine Entschädigung mehr bekommen, die Zahlungen der Airlines würden sich von 5 Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro jährlich reduzieren. Bisher müssen Fluggesellschaften ab einer dreistündigen Verspätung je nach Streckenlänge Ausgleichszahlungen von 250 bis 600 Euro leisten.

Nach dem neuen Vorschlag gäbe es bei Verspätungen bis zu fünf Stunden nur noch 125 Euro. Gravierender ist, dass der Großteil technischer Defekte künftig als nicht entschädigungspflichtiger, unerwarteter Flugsicherheitsmangel eingestuft würde. Das Flugportal „flightright“ spricht von einem starken Einschnitt in Verbraucherrechte, der nicht hinnehmbar sei. Über die Reformvorschläge beraten heute die EU-Verkehrsminister in Brüssel. Die Bundesregierung hält sich bislang bedeckt.