Schlag gegen Bande von Autodieben

An Rhein und Ruhr..  Es war gegen halb fünf am Mittwochmorgen, als Fritz Müller (Name geändert) im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen ein VW Passat mit Bochumer Kennzeichen auffiel, besetzt mit vier Personen. Er fuhr langsam eine Wohnstraße entlang. „Ein Mann stieg aus und verschwand im Dunkeln, ich hörte Wortfetzen in ausländischer Sprache.“ Fritz Müller tat in diesem Moment genau das Richtige: Er wählte die 110 – und der Polizei gelang eine Festnahme, die zur Klärung ganzer Serien von Autoaufbrüchen am Niederrhein führen könnten.

Dabei wurde der Kamp-Lintforter nicht nur Zeuge der Polizeiaktion, sondern trug erheblich zu deren Gelingen bei. Denn als er die Gestalt in einem Gebüsch an der Hoerstgener Straße verschwinden sah, dirigierte er per Telefon den Streifenwagen zum Versteck des Verdächtigen. Für den 22-jährigen Litauer klickten die Handschellen. Weitere Festnahmen gelangen indes nicht – die drei weiteren Insassen des VW blieben verschwunden, obwohl ein Polizeihubschrauber auf der Suche nach ihnen über Kamp-Lintfort kreiste.

Der Polizei kann durch die Festnahme vielleicht mehrere Autoaufbrüche klären – allein in dieser Nacht wurden in Kamp-Lintfort etwa ein Dutzend Autos in der Umgebung der Hoerstgener Straße aufgebrochen, deren Navis gestohlen.

Im Passat fanden sich fünf Navigationsgeräte, die aktuellen Taten zugeordnet werden konnten, außerdem Einbruchswerkzeuge, Strickmützen und Handschuhe. Aufbruchserien gab es auch in Moers, am letzten Wochenende in Alpen und, in derselben Nacht wie in Kamp-Lintfort, in Issum.

Dort wurden ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch die Seitenscheiben von Autos der Marken BMW, Skoda und Mercedes eingeschlagen, festeingebaute Navigationssysteme, Taschen und Tablet-PCs gestohlen. Die Polizei des Kreises Kleve vermutet, dass alle Aufbrüche auf das Konto der Bande gehen, zu der mutmaßlich der 22-jährige Litauer gehört. „Der Zeuge hat sich vorbildlich verhalten“, lobt Andrea Margraf, Sprecherin der Kreispolizei Wesel.

In Ratingen gelang der Polizei ebenfalls ein Schlag gegen osteuropäische Banden. Am Mittwochnachmittag observierten Kripobeamte drei verdächtige Südosteuropäer, die dann auf frischer Tat bei einem Einbruch ertappt werden konnten. Einer der drei Täter wird von den österreichischen Strafverfolgungsbehörden mit internationalem Haftbefehl gesucht; dem 25-Jährigen werden 60 Einbrüche zur Last gelegt. In der Nacht zu Donnerstag gelang der Düsseldorfer Polizei zudem die Festnahme dreier Männer aus dem Baltikum, die für Autoaufbrüche in Angermund und Wittlaer verantwortlich gemacht werden.