Schausteller fürchten um kleine Volksfeste

An Rhein und Ruhr..  Schausteller sorgen sich um die kleine Stadtteilkirmes und den Rummel beim Schützenfest nebenan. Bundesweit sei die Zahl der Volksfeste in den vergangenen 15 Jahren um 2000 auf noch 10 000 zurückgegangen, hieß es gestern beim Kongress des Deutschen Schaustellerbund (DSB) in Aachen. Vor allem kleinere Feste seien in Gefahr. Von der Politik, den Städten und der Wirtschaft brauche man mehr Unterstützung.

Gegenüber der NRZ nennt DSB-Chef Albert Ritter, selbst Essener, seine Heimatstadt als Beispiel: „Von 40 Veranstaltungen sind sieben übrig.“ Schausteller seien auf immer neue Veranstaltungsorte vertreiben worden. Allerdings gebe es auch Positives berichten, im Stadtteil Kupferdreh etwa werde die Volksfesttradition gepflegt. Licht und Schatten ebenso am Niederrhein: Während etwa Geldern seinen Rummel nach Kräften unterstütze, habe es in Wesel noch vor zwei Jahren den Versuch gegeben, die Kirmes aus der Innenstadt zu vertreiben.

Große Hoffnungen setzen die Schausteller jetzt in ein mit den kommunalen Spitzenverbänden verfasstes Positionspapier, das den Wert von Volksfesten als unterstützenswertes Kulturgut ausführlich würdigt. Inwieweit daraus vor Ort in den Städten konkret Unterstützung erwächst, muss sich im Einzelfall noch erweisen. Über Seminare soll die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Schaustellern verbessert werden.