Zugausfälle nach Krankmeldungen von Eurobahn-Lokführern

Hagen..  Wegen kurzfristiger Krankmeldungen von Lokführern sind seit gestern mindestens ein Dutzend Fahrten der Eurobahn ausgefallen. Die Bahngesellschaft, die zu der Keolis-Gruppe gehört, betreibt u.a. die Ems-Börde-Bahn (RB 89) von Münster nach Kassel über Soest und Lippstadt, die Hellweg-Bahn (RB 59) von Dortmund nach Soest und den Maas-Wupper-Express (RE 13) von Hamm nach Venlo über Hagen.

Kurzfristige Krankmeldungen – da war doch was? „Wir haben keine Situation wie bei TuiFly“, erteilt Keolis-Sprecherin Danica Dorawa möglichen Fehldeutungen eine Absage. „Es ist eine Kollision unglücklicher Umstände.“ Zum einen habe man Mitarbeitern ermöglicht, in den Schulferien Urlaub zu nehmen. Zum anderen sei der in den vergangenen Tagen gestiegene Krankenstand am Dienstagabend plötzlich durch mehrere Krankmeldungen von Triebfahrzeugführern – so die Berufsbezeichnung von Lokführern – in die Höhe geschnellt.

Die Keolis-Sprecherin räumt ein, dass bei der Information der Kunden noch Luft nach oben ist. Sie sieht aber keine strukturellen Probleme. Erst vor Tagen hatte sie sich für Zugverspätungen im vergangenen Monat rechtfertigen müssen. „Der September sah übel aus“, sagt Danica Dorawa, die aber betont: „Nur bei zehn Prozent der Verspätungen lag die Ursache bei uns.“ So habe es eine Häufung von Störungen gegeben, z.B. durch defekte Baustellenfahrzeuge, Gleisarbeiten, Notarzteinsätze oder Oberleitungsschäden. Dass Eurobahn-Züge immer wieder den Fernverkehr vorlassen müssen, sei ein „großes Problem“.

Für Frank Michalzik vom Fahrgastverband Pro Bahn in NRW ist solch eine geballte Häufung von Zugausfällen schon „ungewöhnlich“. Er verweist aber darauf, dass es bundesweit zu wenige Lokführer gebe. „Durch Schicht- und Wochenenddienste und eine der Verantwortung nicht immer angemessenen Bezahlung hat der Beruf an Attraktivität verloren.“ Das sieht die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ähnlich. Seit Jahren, so der Vorwurf, vernachlässigten die Unternehmen (Deutsche Bahn wie private) Ausbildung und Einstellung. Um Kosten zu sparen, seien Not-Bereitschaftsdienste gestrichen worden.