Zollfahnder stoßen auf drei Tonnen Marihuana

Hagen/Essen/Antwerpen..  Drei Tonnen Marihuana im Straßenverkaufswert von mehr als 18 Millionen Euro haben Zollfahnder aus Essen in Zusammenarbeit mit belgischen Zollbehörden in einem Schiffscontainer im Hafen von Antwerpen sichergestellt. Das Rauschgift war in 450 Säcken in Folie eingeschweißt und in einer Tarnladung Palmkernschalen aus Ghana versteckt.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hagen hatte das Zollfahndungsamt Essen gegen die deutsch-niederländische Schmugglerbande ermittelt. „Hinweise britischer Behörden haben uns auf die Spur gebracht“, sagt Gerhard Pauli, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen. „Wir sollten die Ladung einer Spedition aus dem Sauerland mal näher untersuchen.“ Die Spur führte zu einem 66-jährigen Niederländer, der in Herscheid im Märkischen Kreis lebte.

Die Beschlagnahmung des Rauschgifts, sie fand bereits am 10. Dezember statt, ist der vorläufige Schlusspunkt im Kampf gegen die international agierende Bande. Ihre illegalen Geschäfte wickelte sie über legale Firmen ab oder gründete Tarnfirmen. Bereits vor der Einfuhr der großen Menge Marihuana hatten die Täter ohne Erlaubnis Grundstoffe zur Herstellung synthetischer Drogen (Amphetamin, Ecstasy) auf dem Seeweg aus Asien eingeführt.

Oberstaatsanwalt Pauli: „Gegen vier Männer, zwei Deutsche, 49 und 51 Jahre alt, und zwei Niederländer, 46 und 66 Jahre alt, sind Haftbefehle ergangen.“ Einer der Beschuldigten ist ein Unternehmer aus Kevelaer. Er sitzt seit Wochen in Hagen in Untersuchungshaft.

Bei der Durchsuchung der Wohn- und Geschäftshäuser stellten die Ermittler 194 000 Euro Bargeld, hochpreisige Uhren und zwei Luxusautos der Marke Maserati sicher.