„Wir haben gute Chancen auf eine WM-Medaille“

Optimistischer Blick nach der starken Vorstellung der DSV-Adler in Willingen: Werner Schuster.
Optimistischer Blick nach der starken Vorstellung der DSV-Adler in Willingen: Werner Schuster.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Der Sieg von Severin Freund sowie der zweite Platz im Mannschaftswettbewerb beim Weltcup in Willingen haben den deutschen Skispringern Mut gemacht. Bei der Weltmeisterschaft in Falun soll die eine oder andere Medaille her. Sagt Bundestrainer Werner Schuster im Interview.

Willingen. Bundestrainer Werner Schuster möchte sich mit dem Weltcup-Skispringen am kommenden Wochenende in Titisee-Neustadt beschäftigen. Oder mit dem darauf folgenden Skifliegen im norwegischen Vikersund. Doch knapp drei Wochen vor ihrer Eröffnung bestimmt nach dem Weltcup in Willingen bereits die Nordische Ski-WM in Falun/Schweden (18. Februar bis 1. März) die Debatte. Besonders, weil die deutschen Adler ihre Erfolgsserie im Mannschaftswettbewerb mit Platz zwei fortsetzten.

Herr Schuster, im dritten Teamwettbewerb des Winters landete Ihre Mannschaft nach den beiden Siegen in Kuusamo und Zakopane auf Platz zwei hinter den Slowenen. Sind Sie zufrieden oder enttäuscht?

Der zweite Platz ist doch super. Damit können wir mehr als zufrieden sein. Um hier zu gewinnen, hätten wir zwei, drei Fehler weniger machen müssen. Dass wir nach dem ersten Durchgang geführt haben, war eigentlich ein Wunder. Die Slowenen haben sich ja wirklich nur den einen Fehler im ersten Durchgang von Peter Prevc geleistet, wir hatten mehrere. Es geht dabei jedoch ein wenig unter, dass Marinus Kraus super gesprungen ist. Er ist am Samstag auch ein Lichtblick gewesen.

Vergrößert sich dadurch Ihr Luxusproblem, dass Sie zu wenige Plätze in der Mannschaft für zu viele starke Springer haben?

Gesetzt sind Severin Freund und Richard Freitag, wenn sie gesund bleiben. Beide stehen im Gesamtweltcup unter den ersten Zehn. Ansonsten ist alles offen und wir haben ein paar Optionen. Das ist auch gut so. Vielleicht kommt in Person von Andreas Wellinger bis zur WM sogar noch eine hinzu. Mit ihm waren wir eine Klasse stärker, natürlich. Aber es ist zu früh, über seine Rückkehr zu spekulieren. Er ist auf dem Rückkurs, aber so einen Sturz kann man nicht wegwischen.

Ist eine WM-Medaille nach den bisherigen Ergebnissen Pflicht für die Mannschaft?

In Falun werden die Karten neu gemischt, deshalb sind die bisherigen Resultate keine Garantie. Dass wir mit dem Team eine Medaille holen wollen, ist doch ganz klar – und wir sehen auch ganz gute Chancen.

Wenn Andreas Wellinger rechtzeitig fit wird, nehmen Sie dann sechs Springer mit zur WM?

Das werden wir dann bekannt geben. (lacht) Bis jetzt läuft alles wunderbar bei Andreas. Er startet nächste Woche bei der Junioren-WM und kehrt, wenn er dort hoffentlich gute Bedingungen vorfindet, bestenfalls mit einem Erfolgserlebnis zurück. Wir werden dann intensiv diskutieren, ob wir ihn mitnehmen oder was wir genau machen. In Titisee werden wir vielleicht schon mehr wissen.