„Wertvoll, aber nicht bezifferbar“

Winterberg..  Es ist die einzige Weltmeisterschaft in Deutschland in diesem Jahr: Die Elite der Eiseiligen trifft sich ab Montag in Winterberg und fährt auf der Bobbahn ihre Champions auf Kufen aus. Von dem sportlichen Großereignis unterhalb des Astenturms möchte eine ganze Region profitieren.

„Die Bob- und Skeleton-WM ist ein Impulsgeber – auch abseits des Sports“, sagt Winfried Borgmann von der Wirtschaftsförderung und der Ferienwelt Winterberg. In erster Linie dürfen sich demnach die Hotels und Übernachtungsbetriebe freuen, und zwar nicht nur im WM-Austragungsort selbst, sondern auch in den Nachbarstädten und -gemeinden. Die Sportler, aber auch die Funktionäre und schließlich die Zuschauer, die den Besuch am Eiskanal mit einem (Kurz-)Urlaub verbinden, wollen untergebracht sein. In Zahlen: „270 Sportler aus 30 Nationen, dazu Trainer und Betreuer, zusammen rund 400 Personen“, zählt Alois Schnorbus aus dem Organisationskomitee der WM auf.

Anna Galon vom Verein Sauerland-Tourismus erwartet zudem „mehrere zehntausend Tagesgäste“. Dem pflichtet der WM-Organisator Schnorbus bei. Während zu Weltcup-Rennen „3000 bis 4000 Besucher pro Tag“ an den Eiskanal kommen, rechnen die Ausrichter zur Weltmeisterschaft „mit einem Vielfachen dessen“.

„Die Region lebt auch von solchen Highlights wie der WM“, urteilt Tourismusexpertin Galon über die Sogwirkung. Wirklich in Euro und Cent vermag sie diese Wirkung allerdings nicht ausdrücken, nur so viel: Der Image-Effekt „sei wertvoll, aber nicht bezifferbar“.

„Die Gäste, die kommen, setzen eine Wertschöpfungskette in Gang“, sagt Winfried Borgmann: „Das beginnt beim Frühstücksbrötchen und geht bis zum Einkaufsbummel in der Innenstadt.“ Schon vor Beginn der Weltmeisterschaft hätten etwa Bäckereien begonnen, WM-Brote und -Brötchen zu backen. Die verschiedenen Körnermischungen in den Backwaren stünden für die Vielfalt der Länder, die an der WM in Winterberg teilnehmen, erklärt Borgmann.

Zum reinen Sportereignis gesellt sich ein Rahmenprogramm: „Mitten in der Stadt, auf dem Marktplatz, steht das WM-Zelt“, berichtet Alois Schnorbus. Und schließlich gibt es noch den Event-Palast an einem Clubhotel.

Fernsehbilder aus Winterberg

Dort findet am 26. Februar die Eröffnungsfeier statt, am Tag drauf folgt eine große WM-Party und am 4. März tritt Comedian Atze Schröder auf. 1400 Personen fasst der Event-Palast. „Der Auftritt von Atze Schröder ist schon ausverkauft“, erklärt Alois Schnorbus.

„Zu einer Weltmeisterschaft kommen noch andere Gäste, als die üblichen Wintersportfans“, sagt auch Hardy Diemel vom geschichtsträchtigen Café-Restaurant Bobhaus direkt oberhalb des Eiskanals. Diemel berichtet von aktuell „top Wintersportverhältnissen und bestem Wetter“ – und setzt daher auch auf die „langfristige Imagewirkung“ durch die Fernsehbilder aus Winterberg: „Alleine das ZDF sendet 7,5 Stunden von der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft“, liefert Alois Schnorbus wieder dazu die Zahlen.

Ob es die Krokusferien in den Niederlanden sind oder die Bob-WM, die für beste Buchungszahlen im Vier-Sterne-Hotel „Oversum“, am Winterberger Kurpark, sorgen, kann Direktorin Ines Döhler nicht sagen. In jedem Fall erlebe Winterberg „endlich wieder eine richtig gute Wintersportsaison“. Gekrönt von einer Weltmeisterschaft. Der einzigen in Deutschland in diesem Jahr.