Wer am Samstag früh aufbricht, kommt am besten durch

Hagen..  Am kommenden Freitagnachmittag und am Samstagvormittag werden bis zu 25 Prozent mehr Pkw über die NRW-Autobahnen ­rollen als an ganz normalen Wochen­enden. Aber was ist schon normal, wenn zum Ferienstart in Deutschlands größtem Bundesland lange Urlaubs-Karawanen gen ­Norden und Süden ziehen? Der Landesbetrieb Straßen NRW jedenfalls will mit seinem Baustellen-Management alles dafür tun, dass die Urlaubsfahrt nicht schon auf den ersten Kilometern zur Stau-Tortur wird.

„Tagesbaustellen ruhen zum Beginn der Sommerferien“, sagt Straßen-NRW-Sprecher Bernd A. Löchter und verspricht weiter: Große Sperrungen auf den heimischen Autobahnen stehen am ersten ­Ferienwochenende nicht an, und auch einzelne Fahrstreifen würden nicht „dicht“ gemacht. Dort, wo bereits eine Baustelle eingerichtet wurde (derzeit 32 NRW-weit), sollen so viele Fahrspuren wie möglich passierbar sein - in jeder Fahrtrichtung mindestens zwei. „Diese Grundsätze“, so Löchter, „gelten auch am ­Ferienende sowie am traditionellen Bettenwechsel-Wochenende in der Mitte der Ferien.“

Eigentlich, so denkt Löchter laut nach, sind die Sommerferien „super zum (Straßen-)Bauen“. Es herrsche weniger Verkehr - „auf Pendlerstrecken bis zu 20 Prozent weniger“.

Urlaubsfahrt am Sonntag

Das Wetter beschäftigt natürlich auch diejenigen, die sich ab Freitagmittag in den Blechlawinen in Richtung Meer und Berge aufhalten. Die sich fragen, wann die beste Zeit ist, die Urlaubsfahrt zu starten. Die Zauberworte heißen „antizyklisch fahren“, weiß der Straßen-NRW-Sprecher. Genauer: „Samstag sehr früh. Wenn Sie sich fit fühlen und nicht Gefahr laufen, während der Fahrt einzuschlafen.“ Ein guter Zeitpunkt sei auch der Sonntag - „ich weiß natürlich, dass viele ihre Unterkunft von Samstag bis Samstag ­buchen müssen.“

Nicht bange machen, so Löchters Devise, auch wenn eine solche Autoreise in die Sommerferien immer mit Stress verbunden sei. Das häufig prognos­tizierte „Stau-Chaos“ jedenfalls trete in den ­seltensten Fällen auf. Und wenn der Verkehr doch zum ­Erliegen kommt? Sollte man die Autobahn verlassen und „über die Dörfer“ fahren? „Auf diese Idee kommen auch andere Verkehrsteilnehmer“, sagt Löchter. „Bei einer Staulänge von sechs bis acht Kilometern würde ich auf der Autobahn ­bleiben.“

Gewissenhafte Vorbereitung

Urlaub - die schönsten Wochen des Jahres. Damit das so bleibt, bittet der Straßen-NRW-Mann um eine gewissenhafte Vorbereitung der Urlaubsreise. „Sichern Sie Ihre Ladung“, appelliert Löchter an die Pkw- und Caravan-Fahrer. „Jede Behinderung auf der Fahrbahn - durch ein verlorenes Fahrrad oder ein Surfbrett beispielsweise - ist gefährlich.“ Nicht nur für den nachfolgenden Verkehr, sondern auch für die Straßenwärter, die die Gegenstände von der Fahrbahn holen müssen.

Bleibt noch die Frage, wie Kinder auf der allzu langen Fahrt zum Urlaubsort („Wann sind wir endlich da?“) bei Laune gehalten werden können. Dem ADAC zufolge ist ­Fantasie gefragt: „Kennzeichen erraten, mit den Buchstaben der Nummernschilder Sätze bilden oder ­Ratespiele starten.“ Zum Beispiel „Ich packe meinen Koffer“. Wenn das nicht die Vorfreude auf den Urlaub weckt.