Volksbanken wagen Seitenhiebe gegen Branchengrößen

Stellten für die Märkische Bank die Geschäftszahlen vor: die Vorstände Hermann Backhaus (rechts) und Achim Hahn.
Stellten für die Märkische Bank die Geschäftszahlen vor: die Vorstände Hermann Backhaus (rechts) und Achim Hahn.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
  • Tabubruch bei Bilanzvorstellung
  • Märkische Bank verweist auf ein besseres Bonitätsrating als Commerz- und Deutsche Bank
  • Solide Geschäftszahlen

Hagen/Lüdenscheid.. In der Bankenbranche wird bisweilen mit harten Bandagen gekämpft. Zumindest intern. Nach außen wird untereinander stets der gute, höfliche Ton gewahrt, der Kritik am anderen Bankhaus eigentlich ausspart. Insofern war es am Donnerstag zumindest ein kleiner Tabubruch den Hermann Backhaus, Vorstandsvorsitzender der Märkischen Bank, mit seinem sachlichen Seitenhieb auf die Branchengrößen Deutsche und Commerzbank beging. Sein Tenor: Die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken haben die klar bessere Bonitätseinstufung.

Mit „AA-“ haben die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor’s die genossenschaftliche Finanzgruppe in Deutschland eingestuft; ein Wert „auf den die Deutsche und die Commerzbank nicht mehr kommen“, ordnete Backhaus ein, der zugleich auf die gesunde, wirtschaftliche Basis der Märkischen Bank verwies – und gleichzeitig darum bat, bei der Kritik an der Finanzbranche „nicht alle in einen Topf zu werfen“.

Kritik an zunehmender Regulatorik

Mit der Märkischen Bank (26 161 Mitglieder) und der Volksbank im Märkischen Kreis (39 372 Mitglieder) stellten gestern zwei große Genossenschaftsbanken jeweils eine solide 2015er-Bilanz vor.

Beide Banken bedauerten das anhaltende Niedrigzinsgeschäft ohne Anzeichen für einen Anstieg, das die Kunden in kurzfristige und damit hochliquide Anlageformen (Sichteinlagen) treibe, wie auch die zunehmende Regulatorik im Bankensektor. Der Tenor beider Vorstände: Die zunehmende Regulierung treffe die Falschen. Erst Mitte Januar hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt, die Einlagesicherungsregeln zu verschärfen.

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Die zunehmende Regulatorik dürfe in der Branche auch in Südwestfalen zu weiteren Fusionen führen, so wie sie unlängst die Sparkassen Hagen und Herdecke angekündigt haben. Davon mochten die beiden großen Volksbanken in Hagen und Lüdenscheid aktuell nichts wissen; nach den gescheiterten Fusionsgesprächen 2014 zwischen beiden Banken sind beide offenbar nicht aktiv auf Brautschau.

Die Digitalisierung bis hin zur Videoberatung – „Wir beobachten das“, so Markt-Vorstand Achim Hahn von der Märkischen Bank – wird beide Banken weiter beschäftigen; die Volksbank im Märkischen Kreis kündigte an, die „Online- und Offline-Welt stärker zu vernetzen“.