VfL Eintracht Hagen will zurück in die 2. Bundesliga

Eintracht-Trainer Lars Hepp während eines Spiels.
Eintracht-Trainer Lars Hepp während eines Spiels.
Foto: Biene Hagel
Was wir bereits wissen
Die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen spielen nach 15-jähriger Abstinenz am Samstag um die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Die Ausgangslage ist klar: Drei Teams kämpfen beim Turnier in Dresden um zwei freie Plätze.

Hagen..  Gefeiert wird auf jeden Fall. „Wir haben eine sehr gute Saison gespielt“, begründet Detlef Spruth, 1. Vorsitzender des VfL Eintracht Hagen, warum der Platz vor der Arena am Ischeland am Pfingstsonntag ab 11 Uhr zur Partyzone werden soll. Vizemeister wurden die Handballer in der 3. Liga West und waren damit so erfolgreich wie ewig nicht mehr. Doch das soll noch nicht alles sein: An diesem Samstag winkt ihnen nach 15 Jahren Abstinenz die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Rechnerisch stehen die Chancen nicht schlecht. Drei Mannschaften nehmen am Aufstiegsturnier in Dresden teil, für zwei von ihnen ist im Fahrstuhl nach oben ein Platz reserviert. Dem VfL Eintracht reicht ein Sieg, um es zu schaffen. Die Truppe von Trainer Lars Hepp muss nur ihr erstes Spiel gewinnen. Um 15 Uhr tritt sie gegen den Verlierer des Turnierauftaktspiels an, in dem sich Ausrichter HC Elbflorenz und der Vizemeister der 3. Liga Nord, HF Springe, gegenüberstehen. Falls der Unterlegene dieser Partie auch gegen Hagen verliert, stehen die Aufsteiger fest.

1750 Zuschauer beim Spitzenspiel

„Es werden Duelle auf Augenhöhe“, sagt Eintracht-Übungsleiter Lars Hepp, der die Gegner im Vorfeld beobachtet hat. Elbflorenz, das in der 3. Liga Ost zuletzt schwächelte und um die Vizemeisterschaft bangen musste, kann den Heimvorteil in die Waagschale werfen, Springe seine Relegationserfahrung. Vor einem Jahr setzten sich die Niedersachsen in zwei Entscheidungsspielen, die damals aber nur vorsorglich angesetzt wurden, gegen den aktuellen West-Meister und Zweitliga-Aufsteiger TuS Ferndorf durch (26:28 und 32:29). Aber es gab dann doch keine Nachrückchance mehr. In diesem Jahr war früh klar, dass es noch zwei freie Plätze geben wird. Weil Ost-Meister SC Magdeburg II nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen darf und die SG Leutershausen als Erster der 3. Liga Süd aus wirtschaftlichen Gründen verzichtete.

Die sich aus dieser Konstellation ergebende Gelegenheit will der VfL Eintracht Hagen unbedingt beim Schopf packen. Wobei man auf den Pfingstausflug an die Elbe gerne verzichtet hätte. Mit 53:7 Punkten reisen die Volmestädter mit der besten Meisterschaftsausbeute der drei Qualifikanten nach Dresden. Ein Sieg gegen Ferndorf (56:4) hätte gereicht, um die Siegerländer im Titelrennen zu überflügeln. „Leider haben wir im entscheidenden Moment die nötige Leistung nichts aufs Feld bringen können“, erklärt Lars Hepp zurückblickend. In Ferndorf gingen die Volmestädter im vergangenen Oktober mit 21:31 unter, in eigener Halle verloren sie im Februar mit 25:30. Mit 1750 Zuschauern war die umgebaute Halle am Ischeland, die sonst nur beim Bundesliga-Basketball ausverkauft ist, zum ersten Mal bei einem Handballspiel komplett besetzt.

Das nährt die Hoffnungen der Vereinsverantwortlichen, Hagen trotz des Basketballs auch wieder zu einer Handball-Hochburg machen zu können. So wie es Anfang der 1990er Jahre war, als der Tscheche Roman Becvar und Co. nach der Integration der Klubs aus den „neuen Bundesländern“ sogar um den Aufstieg in die 1. Bundesliga spielten. Zu jener Zeit war Handball in Hagen die Sportart Nummer eins und die Ischelandhalle, wie die Spielstätte damals hieß, nicht nur voll, sondern überfüllt.

Mit Lars Hepp geht es aufwärts

Elf Jahre lang, von 1989, als vor 800 mitgereisten Hagenern in Krefeld-Oppum der Aufstieg gelang, bis 2000 hielt sich der VfL Eintracht in der 2. Bundesliga. Seitdem ist der Klub drittklassig. Vor drei Jahren spielten die Grüngelben zum Saisonende schon einmal eine Relegation - damals ging es gegen den Abstieg, der durch jeweils zwei Siege gegen Söflingen und Pohlheim verhindert wurde. Im Januar 2013, als Eintracht wieder im Keller stand, übernahm Lars Hepp das Traineramt. Er führte das Team nacheinander auf die Plätze neun, fünf und zwei.

Am Samstag will der in der Nähe von Leichlingen wohnende Übungsleiter den VfL Eintracht Hagen erstmals in die nun eingleisige 2. Bundesliga führen. Wenn es gelingt, wird am Sonntagvormittag nicht nur an der Arena am Ischeland gefeiert. „Dann wird es auch wieder einen Autokorso durch Hagen geben“, verrät Detlef Spruth. Wie im Mai 1989, als Tausende die Straßen säumten. Hagens Handballfreunde hoffen, dass sich Historisches wiederholt.