Verwalter verschiebt die Gelder der Eigentümer

Hagen/Iserlohn..  Er (70) war einst ein erfolgreicher Hausverwalter, betreute Wohnungseigentümer in Iserlohn, Hagen und Herdecke. Doch als seine Iserlohner Firma in eine finanzielle Schieflage geriet, soll er sich an den Geldern seiner Kunden vergriffen haben. Schaden: 637 000 Euro.

Seit gestern verhandelt die große Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Hagen die angeklagten 111 besonders schweren Fälle von gewerbsmäßiger Untreue, begangen zwischen 2005 und 2010.

Der Angeklagte leidet sichtlich darunter, mit seiner Firma abgestürzt zu sein und hat ein volles Geständnis abgelegt. Als staatlich geprüfter Techniker war er 1986 durch Zufall in die Immobilienwirtschaft geraten. Es war zu der Zeit, als der Bauträger, bei dem er selbst eine Eigentumswohnung gekauft hatte, pleite ging. Der Angeklagte übernahm die Verwaltung von vier Objekten. „Die Baumaßnahme konnte noch gerettet werden“, sagt er stolz.

Seine kleine Firma sei dann Jahr für Jahr rasant gewachsen. Doch 1999 kam ein Verwaltungsobjekt mit 400 Wohneinheiten hinzu, mit dem er sich finanziell übernahm. Das für seinen Betrieb benötigte Geld wurde einfach von den Konten anderer Wohnungseigentümer entnommen. Das fiel jahrelang nicht auf, weil er es durch falsche Rechnungen verschleierte und Gelder hin und her schob. Das Gericht hat bereits angekündigt, dass am Ende des neuntägigen Verfahrens noch eine Bewährungsstrafe stehen könnte.

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