Unmöglich oder grundlegende Veränderungen

Während manche Philosophen Wege zum Glück suchen, begründen andere, warum das sinnlos ist und Glück nicht möglich. Prof. Thomas Bedorf bediente sich bei Adorno/Horkheimer und deren Beispiel von Odysseus und den Sirenen: Odysseus lässt sich an den Mast fesseln. Dadurch reduziert sich die Lockung zum Kunstgenuss, die Selbstbeherrschung hat einen Preis: Die Sehnsucht nach Einssein mit der Natur kann sich nicht erfüllen. Also: Unsere Selbstdisziplinierung macht ganzes, allgemeines, ungeteiltes Glück unmöglich.

Dr. Steffan Herrmann referierte des französischen Philosophen Michel Foucault (1926-1984): Mit Aufkommen des Neoliberalismus werden die Gefühle als Ressource gesehen. Jeder soll Unternehmer seiner selbst sein und seine Eigenschaften profitmaximierend nutzen. Erfolg ist eine Frage des Managements der Gefühle. Leistungsdrang und Serviceorientierung verlangen vom Individuum, sich möglichst gut als Ware zuzurichten. Wirkliches Glück sei so nur um den Preis grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen zu haben.