Umbruch auch in Ballungsräumen

Hagen..  Man könnte ja glauben, die Disco habe nur im ländlichen Raum ihre beste Zeit hinter sich. Aber auch im Ruhrgebiet steht die Branche im Umbruch. Dort haben in den vergangenen Jahren mehrere Großraumdiskotheken geschlossen. Das Bochumer Tarm Center etwa ist bereits seit 2003 dicht. Versuche, dort wieder eine Disco auf die Beine zu stellen, scheiterten. Auch die Oberhausener Turbinenhalle wird schon seit Jahren nicht mehr als Großraumdisco genutzt.

Für Ulrich Weber, Betreiber der Moerser Großraumdisco PM, stand seinerzeit fest, warum er seinen Laden schließen musste: Die Zeit dieser Einrichtungen sei vorbei.

Wer heute eine Disco eröffne, der setze auf kleinere Einheiten, sagt Klaus Niester, Chefredakteur des Branchenfachblatts „Discomagazin“. Soll heißen: mehrere kleine Tanzflächen, Lounges und Chill-Out-Areas statt einer großen Tanzfläche.

„Damit reagiert die Branche auf Jugendliche, die stärker diversifiziert sind als früher“, erklärt Niester. Ein DJ, der auf der gleichen Tanzfläche Schlager, Electro und Rock auflegt – das funktioniere nicht mehr. Kleine Discos fokussierten sich deshalb auf eine Musikrichtung.