Überzogenes Erfolgshonorar für Mendener Rechtsanwalt

Arnsberg/Menden..  Die Vergütungsvereinbarung, die ein Mendener Anwalt mit einem Hilfsarbeiter in einer Erbsache schloss, war üppig bemessen: 20 bis 30 Prozent des Erbes als Erfolgshonorar. Als auf das Konto des Mannes mehrere hunderttausend Euro überwiesen wurden, schickte ihm der Advokat eine Rechnung in Höhe von 82 223,97 Euro.

Das juristische Nachspiel ging gestern in eine neue Runde: Weil der Bundesgerichtshof den Freispruch der Wirtschaftskammer des Landgerichts Arnsberg in Bezug auf die Vergütungsvereinbarung kassiert hatte, musste die 2. Große Strafkammer neu verhandeln. Die Verkündung des Urteils wurde auf den kommenden Dienstag verschoben. Der wegen Betruges Angeklagte, so der rechtliche Hinweis, könnte auch wegen Untreue in einem besonders schweren Fall verurteilt werden.

„Ich habe ihm voll vertraut“, so der Hilfsarbeiter im Zeugenstand. Er beteuerte, dass der Ex-Anwalt ihn nicht über die deutlich niedrigeren gesetzlichen Vergütungsregeln aufgeklärt habe. Und darüber, dass der Jurist während der Mandantschaft seine Zulassung verlor.