Tierschützer­ verklagen Duisburger Zoo

Jürgen Ortmüller (Wal und Delfinschutz Forum) und Andreas Morlok (Pro Wal) bei einer Demonstration 2009 gegen Delphinhaltung im Zoo Duisburg. Foto: Tanja Pickartz
Jürgen Ortmüller (Wal und Delfinschutz Forum) und Andreas Morlok (Pro Wal) bei einer Demonstration 2009 gegen Delphinhaltung im Zoo Duisburg. Foto: Tanja Pickartz
Foto: Tanja Pickartz / far

Duisburg/Hagen..  „Duisburg ist wahrscheinlich der größte Delfinfriedhof Europas“, stellt der Hagener Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutzforums (WDSF), fest. Schon seit Jahren versucht der Hagener, Unterlagen über die Haltungsbedingungen der Delfine im Duisburger Zoo zu bekommen. Bisher vergeblich. Ortmüller: „Die Stadt Duisburg hat immer geantwortet ‘Uns liegen darüber keine Unterlagen vor. Sie werden hier auch nicht bereitgehalten’.“ Lediglich einmal habe die Stadt Duisburg im Jahr 2009 Akten aus dem Jahr 1999 zur Verfügung gestellt.

Diese Hinhaltetaktik habe nun ein Ende. Denn das Verwaltungsgericht München hat für den Nürnberger Zoo entschieden, dass ein Zoo mit seinem Delfinarium dem Umweltinformationsgesetz unterliegt und damit auskunftspflichtig ist. Jürgen Ortmüller: „Da die Stadt Duisburg bei der Aktiengesellschaft Duisburger Zoo die Mehrheitsgesellschafterin ist, muss sie uns nun endlich Auskunft geben über die Haltung der Delfine, das Zuchtbuch, die Medikamentengabe, die Pflegeprotokolle und ob die Tiere künstlich befruchtet werden.“ Eine entsprechende Klage hat das WDSF gemeinsam mit der Initiative ProWal eingereicht.

Denn die Tierschutzorganisationen befürchten, dass im Duisburger Delfinarium inzwischen mehr als 60 Meeressäuger – darunter allein neun Delfinbabys - gestorben sind. Andreas Morlok von ProWal: „Diese Delfine in Gefangenschaft kennen nur Fische, die aus der Luft in ihr Maul fliegen. Mit artgerechter Haltung hat der ganze Rummel absolut nichts zu tun.“

Der Duisburger Zoo, der auf seiner Internetseite aktuell mit den drei neuen Delfinbabys im Delfinarium wirbt, weist alle Vorwürfe zurück. „Wir haben den Behörden und Ämtern gegenüber alle Daten offengelegt“, erklärt Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Zoos. Danach seien in den vergangenen zwanzig Jahren 15 Delfine in Duisburg gestorben. Der Zoo will in Absprache mit der Stadt Duisburg auf die Klage der Tierschützer reagieren.