Spuk ohne Ende um alte Patientenakten

Meschede..  Seit 2008 steht die frühere Veramed-Klinik bei Meschede leer. Um sie ist es still geworden - doch der Spuk um die Patientenakten in der Geisterklinik ist nicht vorüber. Neben Möbeln, Betten und Medikamenten waren damals auch sensible Daten von Krebspatienten in dem Gebäude zurückgelassen worden. Jetzt gibt es neue Nachfragen: Die Sauerländer Bürgerliste im Kreistag des Hochsauerlandkreises möchte endlich wissen, was mit den Patientenakten geschehen soll.

Seit zweieinhalb Jahren befinden sie sich verschlossen in einem Raum der Klinik. Weil sich niemand zuständig fühlte, hatte der Hochsauerlandkreis seinerzeit die Papiere sichern lassen. Das Problem bis dahin: Immer wieder waren Abenteurer und Einbrecher in die verwaiste Klinik eingedrungen und hatte dort auch Zugriff auf die Krankheitsgeschichten und -verläufe.

In der Verantwortung sieht sich der Hochsauerlandkreis jedoch nicht, wie er jetzt mitteilte. So sehen das auch alle anderen Beteiligten. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz glaubt zwar weiterhin, dass der Insolvenzverwalter der Klinik in der Pflicht sei - der konnte allerdings eine einstweilige Anordnung der Behörde erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen abwehren. Seit knapp zwei Jahren wird dort auf ein abschließendes Urteil gewartet, ein Termin ist nicht in Sicht. Unterliegen die Datenschützer, dann sind die Akten auf Dauer ohne Eigentümer.