Skeleton-Bundestrainer gesteht Fehler im Fall Gassner ein

Skeleton-Bundestrainer Dirk Matschenz sieht die Schuld nicht nur beim BSD. Foto: Imago
Skeleton-Bundestrainer Dirk Matschenz sieht die Schuld nicht nur beim BSD. Foto: Imago
Foto: imago/Ed Gar
Was wir bereits wissen
Das WM-Aus von Alex Gassner hat hohe Wellen in Winterberg geschlagen. Die deutliche Kritik am Verband von Jens Morgenstern, 1. Vorsitzender des BSC, will Skeleton-Bundestrainer Dirk Matschenz aber nicht unkommentiert lassen.

Winterberg.. „Mir ist es egal, von welchem Stützpunkt die Sportler kommen. Ich kann mit allen trainieren, die unsere gemeinsame Zielrichtung haben: Erfolg!“ Als Dirk Matschenz, Skeleton-Bundestrainer, am Montagmorgen in dieser Zeitung von den Vorwürfen der Verantwortlichen des BSC Winterberg gegen ihn und Cheftrainer Jens Müller liest, sie benachteiligten Sportler des Stützpunktes aus dem Hochsauerland, schüttelt der 35-Jährige nur mit dem Kopf. „Das ist Quatsch“, sagt er wenig später.

Das WM-Aus für Alexander Gassner hatte wie berichtet das Fass zum Überlaufen gebracht. Matschenz will in diesem Fall Fehler auf Seiten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) gar nicht abstreiten. „Ich will nichts schönreden. Das darf uns nicht passieren, keine Frage“, sagt er dazu, dass erst der Internationale Verband feststellte, dass Gassner bei der WM gar nicht starten darf, da er zuvor keine drei internationalen Rennen bestritt.

Matschenz: "Alle Seiten haben Fehler gemacht."

Ohne weiteres Öl ins lodernde Feuer gießen zu wollen, erlaubt sich Matschenz aber den Hinweis, dass diese Regel weder den Vereinsverantwortlichen bekannt gewesen sei „noch den Funktionären des nordrhein-westfälischen Bob- und Schlitten- Sportverbandes. Und diese haben schließlich die Initialzündung gegeben, dass Alex doch für die WM berücksichtigt werden soll“. Gegen Gassner habe er überhaupt nichts, erklärt Matschenz noch. „Für ihn persönlich tut es mir wirklich leid, wie das alles gelaufen ist“, sagt der Bundestrainer in Richtung des 25-jährigen Athleten des BSC Winterberg. „Das war kein böser Wille. Alle Seiten haben Fehler gemacht. Wir müssen unsere Lehren ziehen, dass so etwas nicht erneut vorkommt.“

Skeleton Dass Gassner ob der erneuten Enttäuschung ein Karriereende in Betracht zieht, glaubt Dirk Matschenz nicht. „Ich denke, dass er den Ehrgeiz besitzt, es uns allen in der kommenden Saison zeigen zu wollen und sich mit sportlichen Resultaten unverzichtbar zu machen.“ Ein Anfang wäre, die Startzeitnorm zu erfüllen, denn von dieser Hürde für den Weltcup rücken die Bundestrainer keinen Deut ab. „Andere Nationen führen so etwas mit Blick auf die Olympischen Spiele 2018 mittlerweile auch ein“, sagt Matschenz.