Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Silvesterlauf Werl-Soest

Silvesterlauf-Organisatoren "appellieren an den Verstand"

23.12.2012 | 15:56 Uhr
Silvesterlauf-Organisatoren "appellieren an den Verstand"
Sabrina Mockenhaupt (rechts) gewann den Silvesterlauf im vergangenen Jahr vor der Arnsbergerin Heike Bienstein.Foto: Thomas Nitsche

Werl/Soest.   Ingo Schaffranka, Organisator des Silvesterlaufs von Werl nach Soest, spricht im Interview über den tragischen Todesfall im vergangenen Jahr, über Sicherheitsvorkehrungen und über geplante Kooperationen mit anderen Laufveranstaltungen.

Ingo Schaffranka organisiert den Silvesterlauf von Werl nach Soest. Rund 6500 Sportler aus der Region werden in diesem Jahr am 31. Dezember an dem Lauf für einen guten Zweck teilnehmen.

Herr Schaffranka, im vergangenen Jahr überschattete ein ­Todesfall den Silvesterlauf. Gehen Sie mit einem mulmigen Gefühl in die 31. Auflage am 31. Dezember?

Ingo Schaffranka: Nein. So traurig der Tod des Läufers für die Familie, für Freunde und Bekannte war und ist - wir hätten ihn nicht verhindern können. Die Rettungsdienste waren in weniger als einer Minute zur Stelle.

Muss eine Veranstaltung in der Größenordnung des Silvesterlaufes mit diesem Risiko leben, dass tragische Zwischenfälle nicht zu verhindern sind?

Ingo Schaffranka: In gewisser Weise schon, obwohl wir alles Erdenkliche tun, um für den Fall der Fälle die bestmöglichen Rettungsmaßnahmen vorzuhalten. Wir können nur an den Verstand der Läuferinnen und Läufer appellieren: Verzichtet lieber einmal auf diesen schönen Jahresabschluss, wenn ihr euch nicht wohl fühlt, erkältet seid - oder eine Vorerkrankung bekannt ist.

Der Todesfall zieht für dieses Jahr keine direkten Konsequenzen nach sich?

Silvesterlauf Werl-Soest
Sabrina Mockenhaupt verteidigt ihren Titel nicht

Ihr Start im vergangenen Jahr überraschte alle: Wenn am 31. Dezember allerdings die 31. Auflage des Silvesterlaufs für den guten Zweck von Werl nach Soest über die Bühne geht, wird Sabrina Mockenhaupt ebenso wenig dabei sein wie Seriensiegerin Heike Bienstein.

Ingo Schaffranka: Natürlich versuchen wir ständig, unsere Maßnahmen zu optimieren. Aber: Sie haben auch im vergangenen Jahr funktioniert. Wir können uns kein Versäumnis vorwerfen. Trotzdem überlegen wir, ob wir in Ampen, nach ungefähr zehn Kilometern, Läuferinnen und Läufer ansprechen, die abgekämpft oder irgendwie schlecht aussehen. Das ist jedoch ein sensibles Thema.

Warum?
Ingo Schaffranka: Da kannst du dir schnell eine Lasche fangen. Wer mich beim Joggen nach fünf Minuten sieht, der denkt auch, ich sei völlig am Ende. Es könnte also sein, dass wir jemanden ansprechen, der noch topfit ist und der das gar nicht gut findet.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie in diesem Jahr?

Ingo Schaffranka: Anhand der bisherigen Anmeldezahlen hoffen wir auf insgesamt zwischen 6000 und 6500 Teilnehmer. Wie im vergangenen Jahr. Mehr wird momentan nicht machbar sein.

Leichtathletik
Für Lucienne Cramer ist der Silvesterlauf

Luciene Cramer gehört zu den bekanntesten Gesichtern der heimischen Laufszene. Häufig landet sie bei ihren Rennen ganz oben auf dem Podest. Nur beim Silvesterlauf will es nicht klappen. Warum? Das verrät sie unserer Zeitung.

Streben Sie in naher Zukunft wieder Zahlen von rund 8000 Teilnehmern an?

Ingo Schaffranka: Das wäre natürlich schön. Daran arbeiten wir. Für das nächste Jahr planen wir zum Beispiel eine Laufserie, die aus dem Paderborner Osterlauf, dem Kassel Marathon und unserem Silvesterlauf besteht. Die Gespräche sind fast abgeschlossen. Vielleicht lassen sich auf diesem Weg auch ohne Startgeld Top-Läufer für den Silvesterlauf begeistern. Aber er ist und bleibt eine Breitensport-Veranstaltung, deren Erlös dem guten Zweck zu Gute kommt.

Dafür lohnt sich der enorme Aufwand der überwiegend ehrenamtlichen Helfer.

Ingo Schaffranka: So ist es. Allerdings werden einige Ressourcen auch durch bürokratische Dinge gebunden. Wir mussten diesmal ein 38 Seiten starkes ­Sicherheitskonzept erstellen und es gibt zum ersten Mal eine richtige Einsatzzentrale Silvesterlauf, die mit fünf Personen besetzt ist. Sie wird in der Rettungsleitstelle des Kreises Soest eingerichtet. Vor fünf Jahren gab es das alles noch nicht. Alleine für die ausrichtenden Vereine ist der Silvesterlauf gar nicht mehr zu organisieren.

Falk Blesken


Kommentare
Aus dem Ressort
Großbrand zerstört Hof - 17-Jähriger gesteht Brandstiftung
Großbrand
Ein 17-Jähriger hat gestanden, in der Osternacht auf einem Bauernhof im Bad Berleburger Stadtteil Elsoff Feuer gelegt zu haben. Vier Menschen waren verletzt und im Krankenhaus behandelt worden. Der Hof wurde durch den Brand zerstört. Die Tiere aus den Stallungen konnten gerettet werden.
Landstraße 686 in Balve wegen Ölspur komplett gesperrt
Straßensperrung
Wegen einer langen Ölspur ist die Sunderner Straße zwischen dem Abzweig Mellen und dem Abzweig Diekental komplett gesperrt. Am Samstagnachmittag war im Motor eines Traktors der Ölfilter geplatzt. Bisher konnte der Asphalt nicht gereinigt werden. Die Sperrung wird mindestens bis Dienstag andauern.
Daniel Ceylan aus Meschede glaubt an Sieg bei DSDS
DSDS
Auch wenn sein Auftritt in der Vorwoche nicht sein bester war, hat Daniel Ceylan es in die Top sechs bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) geschafft. Jetzt er muss er sich wieder vor Dieter Bohlen und Co. beweisen und auf Unterstützung hoffen. Ein Interview auch über seine Heimat Meschede.
DSDS 2014 - Dieter Bohlen schießt gegen Beatrice Egli
DSDS
Daniel aus Meschede begeisterte die DSDS-Jury in der RTL-Show mit Tina Turners „The Best“. Kay One nervte wieder mit Sprüchen unter der Gürtellinie. Am Ende reichten die Anrufe der "Deutschland sucht den Superstar"-Zuschauer für Christopher und Yasemin nicht, um ins Halbfinale einzuziehen.
Hannelore Kraft prophezeit Groko Konflikte mit Bundesrat
Energiewende
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ihren Gestaltungsanspruch im Bundesrat bekräftigt. Die Große Koalition habe im Bundesrat keine Mehrheit. Im Interview spricht sie über ihr Bekenntnis zu Bildung und Infrastruktur, das Verhältnis von rot-grün in NRW und das Gelingen der Energiewende.
Umfrage
Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Umweltschützer Dieter Mennekes
Bildgalerie
Unternehmer
Motorrad gegen Mähdrescher
Bildgalerie
Crashtest
Tanklaster stürzt in Böschung
Bildgalerie
Unfall
RWE siegt 3:1 in Lippstadt
Bildgalerie
Regionalliga